Ein Inhaber ist von Günther Jauch enttäuscht: „Weil ich ihn schon so lange als Werbegesicht für ausländische Versandapotheken sehe.“ Er fragt sich, ob dem Moderator überhaupt bewusst sei, was er damit in der deutschen Apothekenlandschaft anrichte. „Ich lade ihn persönlich ein, zu uns in die Apotheke zu kommen.“
Ob Jauch bewusst sei, was sein Engagement mit den Apotheken und der Zukunft aller Inhaber:innen mache, das fragt sich Gernot Pohl, Inhaber der Marien-Apotheke in Saal an der Donau. „Allein im Jahr 2025 haben erneut 500 Apotheken in Deutschland dauerhaft geschlossen“, mahnt er in einem Reel auf Social Media an, welches er an Jauch und die Politik richtet.
Die Gründe dafür seien vielfältig: „Preispolitik, Vergütung und Bürokratie sowie der Fachkräftemangel“, tragen dazu bei, so Pohl in seinem Video. Was oft übersehen werde: „Die Umsätze, die von Versandapotheken generiert werden, fließen komplett an der deutschen Wertschöpfung vorbei.“ Kein Fiskus, keine Region und keine Infrastruktur profitiere davon, stellt er klar.
Er macht deutlich: „Was mich als selbstständigen Apotheker am meisten demotiviert, ist die Abwanderung der planbaren Dauermedikamente ins Ausland“, so Pohl. Was den Apotheken bleibe, seien die Problemfälle. „Lieferengpässe, aufwendige Rezepturen und beratungsintensive Fälle“, zählt er einige Beispiele auf. Das koste Zeit, Nerven und demotiviere auch sein Fachpersonal, so Pohl.
Am Ende des Videos lädt er Jauch zu sich ein: „Kommen Sie mal einen Tag in eine ganz normale bayrische Landapotheke!“ Er zeige gern vor Ort, mit welchen Herausforderungen er täglich kämpfen müsse. „Das ist eine ernst gemeinte Einladung“, so Pohl. Im Kollegenkreis habe er für das Video schon viel positives Feedback erhalten.