TK-Plakate verärgern Kassenchefs | APOTHEKE ADHOC
Krankenkassen

TK-Plakate verärgern Kassenchefs

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Apotheker wissen, dass Krankenkassen zuweilen rigoros sein können. Doch im Wettstreit um Versicherte sind die Kassen auch untereinander nicht zimperlich: So hat sich die Techniker Krankenkasse (TK) in Ulm über den Mitgliederschwund bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) lustig gemacht. Die mit der Zentrale nicht abgestimmten Werbeplakate hatten das Verhältnis der beiden Ersatzkassen kurzfristig getrübt.

Als eine der ersten großen Kassen hatte die DAK ab Februar einen Zusatzbeitrag von acht Euro von ihren Mitgliedern verlangt. In der Folge hatten viele Versicherten der Kasse den Rücken gekehrt, etliche wechselten zum Konkurrenten TK. Deren Ulmer Niederlassung wollte sich das offenbar zu Nutze machen. Auf einem Plakat hieß es: „Die schlausten Kassenpatienten gibt es bei der DAK, denn die wechseln zu uns! 163.000 neue Mitglieder in 6 Monaten. Noch Fragen?“ Auf einem anderen Poster bedankte sich die TK direkt bei der Konkurrenz für die neuen Mitglieder.

Bei der DAK konnte man darüber nicht lachen, prüfte sogar rechtliche Mittel gegen die TK. Doch zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kam es nicht. „Wir haben das ganz kollegial geklärt, zumal wir ansonsten auch einen guten Kontakt zur TK haben“, sagte ein DAK-Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Nach einem Gespräch der Vorstände wurde die Aktion sofort beendet. Denn auch die TK-Spitze fand die Aktion überhaupt nicht lustig: „Das hat zu großer Verärgerung im Vorstand geführt“, sagte eine TK-Sprecherin gegenüber APOTHEKE ADHOC. Solche Aktionen seien nicht Stil der TK, normalerweise werbe man mit der eigenen Stärke.

Der Sprecherin zufolge hatte der Vertriebsleiter die Plakate nicht wie vorgesehen mit der Kassenspitze abgesprochen. „Das hat intern natürlich auch Konsequenzen“, so die Sprecherin. Der Vertriebsleiter in Ulm hat bis zum Jahresende Urlaub, heißt es aus der Niederlassung.

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