RKI: Notfallimpfungen & Covid-Impfung zeitgleich möglich

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Berlin - Betroffene und Helfer in den Gebieten der Flutkatastrophe sollten laut Robert Koch-Institut (RKI) prüfen, ob sie gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Hepatitis A geimpft sind.

In den Regionen steige das Risiko für diese Erkrankungen, twitterte die Gesundheitsbehörde. Als Gründe wurden die Verletzungsgefahr bei den Aufräumarbeiten und der mögliche Kontakt mit Abwasser genannt. Auch wer noch keine Covid-19-Impfung erhalten habe, solle sich impfen lassen, appellierte das RKI. „Wichtig bei Notfallimpfungen: Sie können zeitgleich zu einer Covid-19-Impfung andere Impfungen erhalten“, hieß es.

Das Deutschen Roten Kreuz (DRK) wirbt mittlerweile aktiv für die Tetanus-Impfung beziehungsweise für deren Auffrischung. Rund 80 Prozent der Menschen, die derzeit die mobile Arztpraxis des DRK in Bad Neuenahr-Ahrweiler aufsuchten, ließen sich gegen die bakterielle Infektionskrankheit impfen, sagte DRK-Sprecherin Marion Müller. Man spreche auch Menschen und Helfer an, die nicht mit Verletzungen zum Arzt kämen, sondern nur ein Rezept holen wollten. „Auch wenn man sich nur an Papier geschnitten hat, dann mit dem Schlamm und Wasser in Berührung kommt, kann es zu Infizierungen kommen“, sagte sie.

Ausgelöst wird die Erkrankung durch Bakterien mit dem Namen Clostridium tetani. Ihre Sporen sind extrem widerstandsfähig, daher können sie auch über lange Zeit im Erdreich ohne Wirt überleben. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Kommt es zu Verletzungen, kann Clostridium tetani in den Körper gelangen. Die Bakterien produzieren die beiden Toxine Tetanolysin und Tetanospasmin. Ersteres führt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen und zu Schäden am Herzen. Tetanospasmin zielt auf das Nervensystem ab: Das Gift wandert ins Gehirn und Rückenmark und führt dann zu den typischen Symptomen. Die Inkubationszeit kann zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen liegen.

Typische Symptome sind häufig langanhaltende, extrem schmerzhafte Muskelkrämpfe. Diese können prinzipiell am ganzen Körper auftreten. Die Behandlung erfolgt durch ein Ausschneiden der Wunde. Anschließend wird ein Antibiotikum – meist Metronidazol – verabreicht. Die bereits produzierten Toxine können dadurch jedoch nicht eliminiert werden. Diese können bis zu zwölf Wochen im Körper verbleiben und Schäden anrichten. Trotz moderner intensivmedizinischer Behandlung sterben auch heute noch 10 bis 20 Prozent der Patient:innen – meist an Atemnot oder Herzversagen. Eine Impfung gegen Tetanus und regelmäßige Auffrischung wird daher von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen.

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