Respiratorische Erkrankungen auf dem Höchststand | APOTHEKE ADHOC
Erkrankungswelle sorgt für Probleme

Respiratorische Erkrankungen auf dem Höchststand

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Berlin -

Expert:innen hatten bereits eine massive Erkrankungswelle für diesen Winter vorhergesagt. Nun untermauern auch die Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) den Höhepunkt der Grippe- und Erkältungswelle. Viele Arztpraxen sind überlaufen und zahlreiche Kliniken schlagen bereits Alarm.

Die Zahlen sind alarmierend: Respiratorische Atemwegerkrankungen waren bereits Ende November auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten, wie das Zi berichtet. Damit erreicht die Grippe- und Erkältungswelle einen frühen Höhepunkt – normalerweise tritt dieser erst später auf. Das Zi hat die Daten der Strukturierten medizinischen Ersteinschätzung in Deutschland (SmED) ausgewertet, welche über die Patientenservice-Nummer 116117 gesammelt werden. „Diese erlauben einen tagesaktuellen Tiefenblick in das Krankheitsgeschehen in Deutschland“, so das Zi.

In den vergangenen Jahren konnten diese Daten bereits Aufschluss über Covid-19-Infektionswellen geben – doch auch in Bezug auf Erkältungen oder Influenza lassen sich Aussagen treffen. „Aktuell zeigen die SmED-Assessmentdaten einen vergleichsweise frühen Anstieg von grippalen Infekten in der Bevölkerung, der von den niedergelassenen Ärzt:innen derzeit in den Praxen behandelt werden muss.“

Respiratorische Erkrankungen auf hohem Niveau

In der Woche vom 21. bis 27. November war die Aktivität respiratorischer Erkrankungen in Deutschland nach den vom Zi ausgewerteten Daten um 82 Prozent gegenüber der Hintergrundaktivität erhöht. Im Verlauf der letzten zwölf Monate lag der bisherige Höchststand der Aktivität in der Woche vom 14. bis 20. März 2022 (74 Prozent). „Im Verlauf des gesamten letzten Winters hat das Zi keine höhere Aktivität respiratorischer Erkrankungen beobachtet.“ Zu den häufigsten Beschwerden gehören Fieber, Husten und Atembeschwerden. Zwei von fünf Anrufenden (39 Prozent) leiden damit unter respiratorischen Infekten.

Monatlich werden aktuell rund 140.000 telefonische Ersteinschätzungen geleistet. Meist erfolgen die Anrufe außerhalb der regulären Praxis-Öffnungszeiten. Notfälle werden an den Rettungsdienst weitergeleitet. Der Großteil muss jedoch über den ärztlichen Bereitschaftsdienst durch die niedergelassenen Ärzt:innen versorgt werden. Die ungewöhnlich frühe und überaus starke Infektionswelle bereitet bereits große Sorgen. Besonders die Kinder- und Jugendarztpraxen stehen teilweise schon am Rande der Überlastung.

RS-Virus: Gefahr in Kitas & Schulen

Eine große Gefahr für Kinder stellt vor allem das humane Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) dar: RS-Viren lösen Atemwegserkrankungen aus, die in den meisten Fällen einer gängigen Erkältung gleichen. Es kann zu ausgeprägten Erkältungssymptomen kommen: Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen und Fieber gehören zu den Leitsymptomen. Die Replikation des Virus findet in den zilientragenden Epithelzellen der Atemwegsschleimhäute statt. Normalerweise heilt die Erkrankung von selbst aus. Eine spezifische Therapie bei einer RS-Virusinfektion gibt es nicht.

Zeitweise geschlossene Kitas und Schulen, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln haben dazu geführt, dass neben Sars-CoV-2 auch andere Erreger an der Verbreitung gehindert wurden. Das Immunsystem von Kindern befindet sich noch in der Entwicklung. Der regelmäßige Kontakt mit bisher unbekannten Erregern ist notwendig, um ein Immungedächtnis aufzubauen. Kinder, die noch nie mit dem RS-Virus in Kontakt gekommen sind, erkranken daher besonders stark. Reinfektionen kommen zwar vor, die Symptome wie Fieber & Co. sind jedoch meist milder.

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