Professor Dr. Matthias Schwab ausgezeichnet

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Berlin -

Professor Dr. Matthias Schwab, einer der weltweiten Vorreiter auf dem Gebiet der individualisierten Arzneimitteltherapie, wurde mit dem Robert Pfleger-Forschungspreis 2016 ausgezeichnet. Seit 30 Jahren verleiht die Stiftung alle zwei Jahre einen der höchst dotierten Preise für medizinische Forschung in Deutschland. Verliehen wurde der Preis über 50.000 Euro am 110. Geburtstag von Robert Pfleger in der Orangerie von Schloss Seehof in Memmelsdorf bei Bamberg. Schwab ist Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie in Stuttgart sowie Ärztlicher Direktor der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Universitätsklinikum Tübingen.

Schwab ist es unter anderem zu verdanken, dass bei leukämiekranken Kindern im deutschsprachigen Raum heute standardmäßig eine pharmakogenomische Untersuchung durchgeführt wird, welche dazu beiträgt, schwere, unter Umständen tödlich Nebenwirkungen eines Schlüsselmedikaments bei der Leukämietherapie zu vermeiden.

Schwab sei Experte und Vorreiter auf dem Gebiet der „Pharmakogenomik“ – ein seit den 80er Jahren bestehendes Wissenschaftsgebiet, das sich mit dem Einfluss der genetischen Veranlagung von Patienten auf die Wirkung von Arzneimitteln befasst. Denn entsprechend ihrer Erbsubstanz reagierten Menschen unterschiedlich auf verschiedene Medikamente, heißt es in der Laudatio.

Bei bestimmter genetischer Veranlagung könnten Standardmedikamente, wie ein Gift wirken und schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Pharmakogenomische Diagnoseverfahren ermöglichten es, die Dosierung oder gar die Entscheidung für oder gegen bestimmte Präparate an den individuellen Bedarf eines Patienten anzupassen. Die Umsetzung der Pharmakogenomik in die klinische Praxis bereite bislang allerdings große Schwierigkeiten.

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