Wiens fröhlichste Apotheke

Mit Lach-Yoga gegen Fachkräftemangel

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Berlin -

Wenn‘s dicke kommt, dann meistens richtig. Die Wiener Apothekerin Nina Fuchs bekam gerade von einer potenziellen neuen Mitarbeiterin eine kurzfristige Absage. Drei Tage vor Job-Antritt. Dienst-, Urlaubs- und sonstige Pläne – alles für den Mülleimer. Eine Situation zum Weinen. Fuchs entschied sich für einen Lach-Anfall.

Der brachte zwar erstmal keine Lösung, aber zumindest vorübergehend große Erleichterung. Auf Facebook schreibt sie: „Gestern habe ich mir im Lachclub wirklich Wut, Ärger und böse Gedanken von den Schultern gelacht. Kurz bevor ich in den Lachclub fuhr, bekam ich eine SMS von einer Pharmazeutin, dass sie am Freitag doch nicht ihren Dienst beginnt. Allen anderen Bewerberinnen habe ich schon abgesagt.“

Eine Horrorvorstellung für einen Arbeitgeber. Der Vertrag war schon unterschrieben, der Dienstplan für die nächsten Wochen erstellt. Doch es kam noch schlimmer: „Erschwerend für mich ist, dass ein Mitarbeiter auf Urlaub geht - drei Wochen Südafrika. Schweren Herzens habe ich ihm zu unserer ‚Hochsaison‘ den Urlaub bewilligt, nach dem Motto ‚das schaffen wir schon". Natürlich versuchte ich mich zu beruhigen mit: ‚dann kommt eine andere Mitarbeiterin, dann war sie nicht die Richtige...‘ Doch es half nichts, vor allem als ich realisierte, dass drei Härtewochen vor mir liegen, kamen wahnsinnig große Wut, Angst und Verzweiflung auf. Ich dachte mir nur, Gott sei Dank ist jetzt Lachclub, dann kannst du dir den Schlamassel von der Schulter - sprich Seele, lachen.“

Dort passierte eine Überraschung: „Es war eine sehr lustige, intensive Stunde. Ich habe gemerkt, wie gut mir das Lachen tat und wie sich Entspannung in meinem Körper ausbreitete. Die linke Gehirnhälfte, mit all ihren Gedanken und Sorgen kam zur Ruhe. Plötzlich bekam ich so einen Lachanfall, dass ich die Übung nicht mehr weiter ansagen konnte. Es ging nicht mehr. Das Lachen kam und kam und war nicht mehr zu stoppen. Ich brachte kein Wort mehr heraus , nur Lachen und das einige Minuten lang. So intensiv hatte ich das noch nie erlebt.“

Nach der schlechten Nachricht durchforstete die Apothekerin noch einmal die Bewerbungen. In Wien ist der Fachkräftemangel zum Glück nicht so eklatant wie in Deutschland, gutes Apothekenpersonal zu finden ist trotzdem eine Herausforderung. „Ich habe eine Bewerberin angerufen und sie fängt am Montag an“, sagt Fuchs.

Das erwartet die „Neue“: Die Cottage-Apotheke in Wien gilt vielen als fröhlichste Apotheke Österreichs. Nina Fuchs und ihr Team haben sich darauf spezialisiert, ihren Kunden ein Lächeln zu entlocken. Sie arbeiten mit indischen Tricks und einem Spezial-Spiegel. Der hängt gleich neben dem Eingang und ist mit einem Sensor ausgestattet. „Wenn jemand vorübergeht, ertönt leises Lachen“, sagt Fuchs. Denn sie ist überzeugt: „Jeder kann ein Lachen gebrauchen.“

Mit ihrem Apothekenstempel drückt sie Kunden gern ein lachendes Herz auf die Rechnung. Das hilft, Sorgen zu vergessen, wenn man krank ist. Seit vier Jahren interessiert sich die Apothekerin für Lach-Yoga. Lach-Yoga bedeutet, dass ohne Witze und ohne Grund gelacht wird. Kataria vertritt die Ansicht, dass die Wirkung des Lachens unabhängig vom Grund ist. Er sagt: „Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind, wir sind glücklich, weil wir lachen.“ Lachen ohne Grund kann man trainieren. Im Idealfall geht ein anfangs künstliches Lachen in ein „richtiges“ über. In Sachen Mitarbeiter-Notstand hat es jedenfalls geholfen.

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