HSV und St. Pauli wollen Demenzkranken helfen

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Hamburg - Der Hamburger SV und der FC St. Pauli engagieren sich für demenzkranke Menschen. In Zusammenarbeit mit der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) suchen die beiden Fußball-Zweitligisten Freiwillige, die mit einem sogenannten Erinnerungskoffer regelmäßige Besuche in Pflegeheimen machen. Die Koffer enthalten Exponate der Clubs.

„Da sich demenziell Erkrankte an bedeutende Lebensereignisse sowie das Erleben von Gefühlen lange erinnern können, sollen durch Gespräche über die Exponate glückliche Gedanken und Erlebnisse hervorgerufen werden“, erklärte der HSV. Auch der Lokalrivale FC St. Pauli unterstützt das Projekt: „Diese Art der Erinnerungsarbeit hilft Betroffenen ihr Erinnerungsvermögen, Wohlbefinden und Selbstwertgefühl zu stärken.“

Die Idee der Erinnerungskoffer stammt aus Großbritannien und wird dort bereits seit einiger Zeit erfolgreich umgesetzt. Anfang 2020 sind auch die beiden größten Fußballvereine Hamburgs dabei. Interessierte werden in einer 90-minütigen Schulung an der HAW auf den Umgang mit Demenzkranken vorbereitet. Pro Monat sollten rund drei Stunden eingeplant werden, in denen Pflegeeinrichtungen besucht werden. Sowohl der HSV als auch der FC St. Pauli suchen für das Projekt noch ehrenamtliche Helfer.

Erinnerungskoffer beziehungsweise Demenzkoffer sind auch in Apotheken kein unbekanntes Konzept. So verteilte das rheinland-pfälzische Sozialministerium einst 3000 Koffer an Apotheken auf Ärzte, die Infobroschüren und vorbeugendes sowie therapierendes Arbeitsmaterial enthielten. Seit 2014 gibt es in Bayern zudem das Netzwerk „Demenzfreundliche Apotheke“. Die Apotheken sollen durch Austausch und Schulungen die Symptome von Demenz noch besser erkennen und Betroffenen helfen können.

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