Nicht am falschen Ende sparen

Geringe Wassertemperatur: Risiko für Legionellen steigt

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Berlin -

Aufgrund der hohen Energiekosten suchen viele Verbraucher:innen nach Möglichkeiten zum Sparen. Eine Variante ist das Herunterregulieren der Wassertemperatur in den eigenen vier Wänden. Doch das kann mit gesundheitlichen Risiken einhergehen, wie die Verbraucherzentrale warnt: Denn bei geringen Temperaturen steigt das Risiko für eine Legionellen-Infektion.

Legionellen im Trinkwasser können zu ernsthaften Beschwerden führen. Es handelt sich dabei um Keime, die in geringer Anzahl ganz natürlich im Grundwasser vorkommen. Vermehren sie sich jedoch und gelangen in den Körper, kann dies zu grippeähnlichen Beschwerden und sogar Lungenentzündungen führen. Vor allem immungeschwächte Menschen sind gefährdet. Neben dem Trinken des kontaminierten Wassers kann auch das Einatmen von vernebeltem Wasser oder die Aufnahme von Tröpfchen zu einer Infektion führen. Luftbefeuchter stellen damit ebenso ein Risiko dar wie die Dusche.

Kein zu kaltes oder ruhendes Wasser verwenden

Besonders gute Bedingungen für Legionellen stellen kühle Wassertemperaturen dar. Deshalb warnt die Verbraucherzentrale aktuell davor, die Temperatur für die Warmwasserbereitung herunterzuregulieren. Bei 24 bis 25 Grad Celsius vermehren sich Legionellen am schnellsten. „Ist die Warmwasserversorgung im Haus zu niedrig eingestellt, besteht Gefahr, dass sich Legionellen rasant ausbreiten können“, erklärt Sascha Beetz, Referent für Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH).

„Um einer Vermehrung von Legionellen vorzubeugen, sollte eine Temperatur von 60°C in Warmwasserspeichern und eine Temperatur von 55°C an den Entnahmestellen für Trinkwasser nicht unterschritten werden“, erklärt die Verbraucherzentrale. Eine sogenannte „Legionellen-Schaltung“, die das Wasser kurzzeitig auf 70°C erhöht, aber danach unter 60°C absenkt, könne die Vermehrung von Legionellen jedoch nicht aufhalten. „Wer als Mieter feststellt, dass die Temperatur des heißen Wassers an den Wasserhähnen nur noch handwarm ist, sollten den Vermieter auf die Legionellengefahr hinweisen“, empfiehlt Beetz.

Ein weiteres Risiko bestehe durch ruhendes Wasser in Leitungen: Um das Risiko zu minimieren, sollten Verbraucher:innen daher nicht genutzte Leitungen vom übrigen Leitungsnetz trennen oder die Leitungen regelmäßig spülen. Gleiches gilt auch, wenn man nach Kurzreisen wieder in die Wohnung zurückkommt.

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