E-Rezept: Zwischen Angst und Aufbruch | APOTHEKE ADHOC
Ab 10 Uhr live: VISION.A

E-Rezept: Zwischen Angst und Aufbruch

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Berlin -

Das E-Rezept kommt dieses Jahr nicht mehr, davon gehen fast alle Apotheker:innen und PTA aus. Nur 3 Prozent von ihnen sagen das Gegenteil. Allzu traurig darüber scheinen auch nur wenige zu sein – denn für die meisten Teams ist noch eine Menge zu tun. Die aktuelle aposcope-Befragung, die heute bei der Zukunftskonferenz VISION.A vorgestellt wird, liefert einen Einblick zum Status Quo in den Apotheken und zeigt, wo die meisten noch Nachholbedarf haben.

Die offiziellen E-Rezept-Statistiken sind nur bedingt aussagekräftig, das das zeigen die aktuellen aposcope-Zahlen: Demnach haben 93 Prozent der Inhaber:innen noch keine elektronische Verordnung zu Gesicht bekommen, unter Approbierten und PTA gaben das 82 und 78 Prozent an. Dabei wurden laut Gematik allerdings bereits über 6000 E-Rezepte verarbeitet – wären die gleichmäßig verteilt, könnte bis zu einem Drittel der 18.000 Apotheken schon Erfahrungen mit dem E-Rezept gesammelt haben. Stattdessen beschränkt sich die Erprobung offensichtlich weiterhin auf einige Cluster – also wenige Apotheken, die bereits viel Erfahrung sammeln, denen viele Apotheken gegenüberstehen, die bisher wenig bis gar keine Erfahrung sammeln konnten.

Wohl nicht nur deshalb ist die absolute Mehrzahl der Inhaber:innen froh, dass die Einführung des E-Rezepts verschoben wurde. Unter PTA und angestellten Approbierten sind es mit 76 und 67 nur geringfügig weniger. Trotzdem ist sich die überwiegende Mehrheit der Bedeutung des Themas bewusst und handelt auch danach: Fast zwei Drittel der Inhaber:innen bereiten sich beispielsweise durch Schulungen aktiv auf das E-Rezept vor, von Approbierten und PTA ist es mit 47 Prozent noch knapp die Hälfte.

E-Rezept als Apothekenkiller

Das tun sie aber offensichtlich nicht nur aus Vorfreude: Ganze 70 Prozent der Inhaber:innen sehen das E-Rezept als Apothekenkiller, die PTA wiederum sind gespalten – 50 Prozent sehen eher die Gefahr, die andere Hälfte eher die Chance. Die Bedenken sind jedoch nicht nur diffuse Gefühle, sondern haben auch konkrete Gründe: So befürchten neun von zehn Inhaber:innen Probleme bei der Patientenversorgung aufgrund von technischen Fehlern der Telematikinfrastruktur (TI). Die Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen: Fällt der Konnektor aus oder wird die SMC-B gesperrt, ist die Apotheke nicht mehr in der Lage, Rezepte zu bedienen. Käme es zu einem flächendeckenden Ausfall von TI-Diensten, wäre der Schaden noch ungleich größer.

Hinzu kommen Bedenken in puncto Sicherheit, Einbindung in den Apothekenalltag, Probleme bei Rezeptänderungen, Abrechnung, Abwanderung der Kundschaft zum Versandhandel, Praxen und Kundschaft. Mit 38 Prozent hat nur ein gutes Drittel weder Bedenken noch offene Fragen.

Dabei zeigt sich aber auch, dass das E-Rezept ein Zukunftsthema ist: Von Apotheker:innen und PTA unter 50 wird es weitaus häufiger als Chance denn als Bedrohung verstanden. Mehr als die Hälfte von ihnen gab das an. Von den Apotheker:innen und PTA über 50 sagten das nur 37 Prozent.

Digitalaffine Apotheker:innen und PTA dürften auf absehbare Zeit im Vorteil sein – viele sehen da aber noch Defizite. 70 Prozent gaben an, dass sie im Arbeitsalltag mehr Wissen und Fähigkeiten im Bereich Digitalisierung benötigen. Das wird auch gebraucht, denn digitale Tools nehmen immer mehr Raum im Apothekenalltag ein. Schon jetzt benutzen 69 Prozent der Apotheken Apps zur Kundenansprache. Den Umgang mit Apps und anderen digitalen Kanälen gut zu beherrschen, wird eine zunehmende Rolle spielen, um sich als Apotheke künftig im immer dynamischeren Marktumfeld behaupten zu können.

Ab 10 Uhr: VISION.A

Worauf es dabei ankommt, wird auf der Zukunftskonferenz VISION.A powered by APOTHEKE ADHOC heute genauso ein Thema sein wie die weiteren Ergebnisse der aktuellen aposcope-Befragung. APOTHEKE ADHOC ermöglicht allen Interessent:innen eine kostenlose Nutzung des Livestreams. Los geht es ab 10 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos. Allerdings werden alle Nutzer:innen gebeten, einen Betrag in beliebiger Höhe an die Ukraine-Hilfe von Apotheker ohne Grenzen zu spenden. Hier geht es zum kostenlosen Livestream.

Für die aposcope-Marktanalyse „Status Quo 2022: Digitalisierung in der Apotheke – Zahlen, Daten, Fakten zum Megatrend“ wurden zwischen dem 1. und dem 8. März 2022 insgesamt 502 verifizierte Apotheker:innen und PTA online befragt und lieferten Antworten auf mehr als 50 Fragen. Die Studie mit aufschlussreichen Informationen zusammengefasst in einem grafischen Ergebnisbericht und einem detaillierten Tabellenband kann zum Preis von 990,00 Euro netto erworben werden. Jetzt Ergebnisse sichern!

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