Restrisiko auch in der Apotheke

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Berlin - Der Zoll hat von Januar bis Juni 1,4 Millionen gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen sichergestellt – 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Zollkriminalamt (ZKA) mit. „Arzneimittelfälschungen sind ein zunehmendes Kriminalitätsfeld mit enormen Zuwachsraten“, sagte ein ZKA-Sprecher. Auch Apotheken sind nicht mehr sicher: „Der Handel ist so lukrativ, dass wir nichts ausschließen können.“

Gemeinsam mit der ABDA warnte das ZKA vor Arzneimittelfälschungen und den gesundheitlichen Folgen. Professor Dr. Martin Schulz, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK), wies daraufhin, dass in den USA beispielsweise im vergangenen Jahr 76 Patienten gefälschtes Avastin (Bevacizumab) ohne Wirkstoff erhalten hätten.

Schulz sagte, dass selbst in deutschen Apotheken Fälle wie dieser nicht mehr hundertprozentig ausgeschlossen werden könnten. Er verwies auf die Omeprazol-Fälschungen, die im März aufgetaucht waren, und den Biviol-Rückruf Mitte August. Statt 15 weißer und sieben blauer Tabletten hatten einige Blister des Kontrazeptivums 22 weiße Tabletten enthalten. Der Hersteller MSD Sharp & Dohme hatte dies als Fälschung bestätigt.

Der AMK-Vorsitzende setzt auf Securpharm, um „das bestehende System wieder von 99 Prozent auf 100 Prozent sicher zu machen“. Das System, bei dem jede Packung mit einem 2D-Code versehen und so zu einem Unikat gemacht wird, wird in Deutschland seit 2013 getestet. Bis 2017 soll das European Stakeholder Model (ESM) eingeführt werden, mit dem EU-weit alle Packungen mit einem Code versehen und kontrolliert werden können.

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