„Total gefälschte“ Banknote

Apotheker zieht Falschgeld ein

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Berlin -

Falschgeld ist mitunter schwer zu erkennen und landet unbemerkt in der Kasse. In der Apotheke im Hauptbahnhof in Gelsenkirchen ist am Donnerstag ein gefälschter 50-Euro-Schein aufgefallen – es sei ein sehr stümperhafter Versuch gewesen, ein Plagiat in Umlauf zu bringen, so die Polizei.

Ein 20 Jahre alter Mann versuchte gegen 16 Uhr in der Apotheke die Zuzahlung seines Rezepts mit einer gefälschten Banknote zu begleichen. „Es war sehr offensichtlich total gefälscht“, sagt eine Polizeisprecherin. Ein Apotheker erkannte die „Blüte“ sofort, zog sie ein und alarmierte die Polizei. Das Hologramm sei aufgeklebt gewesen, so der Angestellte.

Der Kunde bezahlte daraufhin mit „echtem“ Geld und erhielt sein Medikament. „Er war frech und selbstbewusst“, sagt Mohammed Ali Ahsant. Der Kunde sei bekannt gewesen. „Er sagte, dann nehmen sie eben diesen und bezahlte mit einem 100-Euro-Schein.“ Er verließ die Offizin, bevor die Beamten eintrafen. Anhand des Rezepts und einer Videoauswertung habe man die Identität feststellen können. Die Verordnung sei nicht gefälscht gewesen. Die Bundespolizisten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Inverkehrbringen von Falschgeld ein. Der Fall wird an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Falschgeld einbehalten und Polizei informieren

In der Apotheke reagierte man der Polizei zufolge genau richtig auf den Versuch, Falschgeld in Umlauf zu bringen. Die Polizei soll alarmiert und das Plagiat einbehalten werden. „Versuchen Sie den Falschgeldverausgaber bis zum Eintreffen der Polizei zum Verbleiben zu bewegen. Sollte dies nicht gelingen, so prägen Sie sich sein Aussehen ein. Notieren Sie sich das Kfz-Kennzeichen eines gegebenenfalls benutzten Fahrzeuges“, rät die Polizei. Das Falschgeld soll wegen Fingerabdrücke in einem Briefumschlag aufbewahrt werden. Wer es annimmt und zu spät erkennt, muss dieses Geld bei der zuständigen Behörde abgeben und erhält dafür keinen Ersatz.

Nordrhein-Westfalen besonders betroffen

Die Zahl der Falschgeld-Delikte ist 2022 nach einem Rückgang wieder gestiegen. Insgesamt verzeichnete die Bundespolizei 45.690 Fälle (plus 20 Prozent). Die vier bevölkerungsreichsten Bundesländer waren dabei mit einem Anteil von 70 Prozent am stärksten betroffen. Nordrhein-Westfalen verzeichnete mit einem Anteil von 31 Prozent die mit Abstand meisten Fälle, gefolgt von Baden-Württemberg (17 Prozent), Bayern (12 Prozent) und Niedersachsen (10 Prozent).

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