Innenstadt von Fulda mit Standortproblemen

Apotheke zieht von Fußgängerzone aufs Land

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Berlin -

Die Sankt Bonifatius Apotheke in der Fußgängerzone der Fuldaer Innenstadt schließt mit dem heutigen Tag für immer. Inhaber Michael Sapper traf die schwere Entscheidung wegen der steigenden Energiekosten und langfristigen Folgen der Corona-Pandemie für diesen Standort: So mussten einige Geschäfte in der Fußgängerzone schließen, so auch ein großes Kaufhaus direkt gegenüber der Apotheke.

Sapper übernahm die Apotheke erst vor etwa sechs Jahren. Damals habe die Situation noch gut ausgesehen: „Wir hatten hier viel Laufkundschaft in der Fußgängerzone. Aber die Innenstadt von Fulda hat sich seit der Pandemie nicht mehr richtig erholt. Viele Kund:innen haben noch immer große Hemmungen in die Läden zu gehen“, bedauert Sapper. Ein großer Kundenmagnet fiel mit der Schließung von Galeria Kaufhof weg. „Uns fehlen dadurch sehr viele Kunden. Auf diese Laufkundschaft sind wir angewiesen.“

Ärzte verlassen Innenstadt

Er könne auch einen negativen Trend der umliegenden Ärzte beobachten: Immer mehr Praxen zögen aus der Innenstadt weg an andere Standorte, die lukrativer schienen. „Dadurch fehlen uns natürlich jede Menge Rezepte. Es müsste gemeinsam überlegt werden, ob das Konzept noch in die Zukunft trägt.“ Bisher habe die Koexistenz der umliegenden Apotheken, von denen viele bereits alteingesessen seien, funktioniert. Sapper zieht nun die Reißleine: „Wir haben uns entschlossen, einen anderen Standort für unsere Apotheke zu suchen. Dabei bot sich die Gemeinde Dipperz an.“

Eine Apotheke fehlte noch

Der kleine Ort in Hessen suchte nebst einem neuen Ärztezentrum und diversen Arztpraxen noch eine Apotheke. Nur fünf Autominuten von der alten Apotheke entfernt, sah Sapper dort eine neue Chance: „Wir fügen uns dort gut in das Gesamtbild ein. Aufgrund der geringen Entfernung zum alten Standort gehen auch fast alle Mitarbeiter:innen geschlossen mit.“ Die zeitliche Verzögerung zwischen Schließung und Neueröffnung möchte Sapper mit verschiedenen Aufgaben für die Angestellten überbrücken: „Da finden wir eine gute Lösung. Es gibt noch viel zu tun.“

Den heiligen Namen geben wir ab

Einen neuen Namen hat sich das Team um Sapper schon überlegt. Er sei kein Freund von sinnlosen Wortkonstrukten: „Tiere, Bäume, Pflanzen – naja, wer es mag. Ich wollte gern einen bodenständigen Namen. Da wir die einzige Apotheke in Dipperz sein werden, heißt die neue Apotheke dementsprechend Dipperz Apotheke. Damit können wir uns gut identifizieren.“

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