Selbstmedikation

Glaeske: OTC-Kritik re-reloaded APOTHEKE ADHOC, 05.10.2015 17:57 Uhr

Berlin - Kaum klopft die Erkältungssaison an die Tür, ist Professor Dr. Gerd Glaeske mit kritischen Einlassungen zu den gängigen Grippemitteln zur Stelle. In der Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins Focus warnt er erneut vor Kombinationsmitteln. Sie seien „sinnlos bis gefährlich“, trotzdem seien sie Verkaufsschlager. Viele OTC-Medikamente seien ihr Geld nicht wert.

Analgetika mit mehreren Wirkstoffen, etwa Spalt, Neuralgin, Thomapyrin oder Vivimed sieht Glaeske kritisch, weil mehrere Wirkstoffe nicht besser wirkten, aber zu einer Addition der jeweiligen unerwünschten Wirkungen führten. ASS könne Magenbeschwerden auslösen und es gebe Wechselwirkungen, etwa mit Marcumar. Paracetamol belaste Nieren und Leber. Coffein wiederum könne dazu führen, dass die Präparate häufiger als notwendig eingenommen werden. „In der Selbstmedikation reicht ein Schmerzwirkstoff aus“, schreibt Glaeske und empfiehlt Ibuprofen.

Dieselbe grundsätzliche Kritik an Kombinationspräparaten trifft auch die Erkältungsmittel Grippostad C, Cetebe antigrippal, Aspirin complex oder Wick Daymed. Zusätzlich gibt es Kritik an den Wirkstoffen: Coffein könne die müde machende Wirkung von Chlorphenamin und Doxylamin nicht ausgleichen.

Phenylephrin und Pseudoephedrin könnten Herzrasen, Blutdruckanstieg, Unruhe und Nervosität auslösen. Wegen Dextromethorphan könne bereits gelöster Schleim nicht richtig abgehustet werden; die Wirkung von Guaifenesin wiederum sei zweifelhaft. Alkohol sei als Zutat „inakzeptabel“, insbesondere in Zusammenhang mit einem Schmerzwirkstoff wie Paracetamol, der selbst schon die Leber belaste.

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