Investieren in Krisenzeiten – Inhaberin Vildane Idrizi-Sinani aus Düsseldorf hat es gewagt. Die Apothekerin öffnete Mitte Dezember die Apotheke Deiker Höfe in Düsseldorf. Es sei eine „Apotheke der Zukunft“, sagt sie. Sie investierte eine hohe Summe und setzt ihre Berufserfahrung aus 30 Jahren Apotheke um. „Mein Konzept der Zukunft kombiniert Automatisierung, Digitalisierung mit der Architektur und pharmazeutischer Expertise“, sagt die 50-Jährige.
Auf 300 Quadratmetern präsentiert sich die neu eröffnete Apotheke Deiker Höfe. Allein 200 Quadratmeter machen die Offizin aus. Es ist die vierte Apotheke, die Idrizi-Sinani neu gegründet hat. Zuvor war sie in Essen 15 Jahre mit drei Betrieben ansässig. Die Pharmazeutin kam vor 33 Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur PKA.
Im Anschluss holte sie ihr Abitur nach und studierte Pharmazie. „Apotheke ist mein Beruf und mein Hobby“, sagt sie. Mit ihrer neuen Apotheke in Düsseldorf setzte sie ihr Konzept der Apotheke der Zukunft um. „Vor zehn Jahren wäre es dafür zur früh gewesen“, sagt sie. „Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, man sieht es im Lebensmitteleinzelhandel.“ Die Apotheke stehe für ein neues Verständnis von Gesundheit: präventiv, digital und menschlich.
Die Konzepte der Vor-Ort-Geschäfte veränderten sich. „Deshalb war mir auch die Self-Check-Out-Möglichkeit so wichtig.“ Idrizi-Sinani ließ in ihre Apotheke drei Selbstbedienungskassen einbauen. „Die junge Generation sagt heute, sie gehen nicht mehr zu Edeka oder Aldi, wenn es kein Self-Check-out gibt“, sagt sie. „Die Apotheke vor Ort wird es immer geben, nur eben anders. Ich habe Mut zur Veränderung, auch wenn manchmal negativ über Apotheken berichtet wird.“
Wichtig sei ihr auch das Angebot einer Arztkabine gewesen. Bei Medivise fand sie den richtigen Partner. Auch die Amtsapothekerin unterstützt diesen digitalen Praxisservice, anders als in anderen Kreisen, in denen einer Apotheke die Nutzung der Arztkabine durch die Aufsicht untersagt worden war.
Die Apotheke Deiker Höfe setzt Idrizi-Sinani zufolge auf Digitalisierung. Alle Kundinnen und Kunden würden angehalten, die App zu installieren. „Jeder, der in die Apotheke kommt, muss sie runterladen“, sagt die Inhaberin. „Der Kunde muss nicht gleich die Apotheke verlassen, wenn er das nicht will, aber wir legen schon beim zweiten oder dritten Besuch nahe, dass es sinnvoll und er damit gut beraten ist.“ Eine Kundenkarte sei nicht mehr nötig, was ein Argument für die App sei.
Die Apotheke bietet beispielsweise „Gesundheits-Abonnements“. Die Grundversorgung mit Essenzielle Vitaminen und Mineralstoffen kostet knapp 30 Euro pro Monat. Für knapp 60 Euro pro Monat gibt es die „Premium-Versorgung“ als Abo, inklusive personalisierter Anpassung und Blutanalyse. Die Apotheke sei ein „Health Hub“, der zeige, was moderne Pharmazie leisten könne. „Unser Ziel ist es, Gesundheit nicht erst dann zu denken, wenn sie verloren geht, sondern sie langfristig zu erhalten und zu stärken. Mit individuell abgestimmten Konzepten, fundierter Diagnostik und hochwertiger Versorgung begleiten wir Menschen auf ihrem Weg zu mehr Lebensqualität.“
Die Arbeit der vergangenen 30 Jahre habe sich gelohnt, so die Apothekerin. Insgesamt wurde mehr als 1 Million Euro investiert, wie sie sagt. Viele Bildschirme verwiesen auf aktuelle Aktionen wie etwa für die neue Longevity-Serie von Weleda, die als Premium-Kosmetik eigentlich nur über Parfümerien läuft. „Wir sind die einzige Apotheke, die es anbietet.“ Ihr Kontakt mit Weleda-Chefin Tina Müller sei gut und man kenne sich. Weleda hat eigene Büroräume im gleichen Gebäudekomplex.