Apotheke als Anlaufpunkt: „Come Together”-Kultur im Kiez

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Berlin - „Wir wünschen nichts weiter als die Freiheit, auf eigene Kosten uns eine Apotheke zu beschaffen.“ Mit diesen Worten warb der Ortsverein Zehlendorf im Jahr 1892 bei den preußischen Regenten um die Erlaubnis, die erste Apotheke im damals noch selbstständigen Ort eröffnen zu dürfen. Zwei Jahre später war es soweit und so feierte die Adler-Apotheke im Stadtteil im Südwesten Berlins vergangene Woche ihren 125. Geburtstag. Inhaberin Claudia von Lehmann führt den Familienbetrieb in mittlerweile vierter Generation.

Zehn Jahre nach der Eröffnung der Apotheke kaufte von Lehmanns Urgroßvater Dr. Georg Plack den Betrieb. Ihr Großvater und ihr Vater führten das Geschäft fort, seit 2003 steht die Apothekerin in verantwortlicher Position in der Offizin. Ihre Leidenschaft für die Pharmazie kam jedoch erst mit Verspätung. „Ich habe recht spät studiert, weil ich erst spät gemerkt habe, wie wichtig mir die Tradition ist“, berichtet von Lehmann. Heute gelinge es ihr, dass historische Flair der Apotheke zu erhalten.

2016 kam es zum großen An- und Umbau in der Adler-Apotheke. Klar, dass Modernisierungen dabei im Vordergrund standen: „Es gibt jetzt mehr Licht und Platz in der Offizin. Zudem wurde ein heller Multifunktionsraum für die Mitarbeiter eingerichtet. Dort finden unter anderem Schulungen und Teamsitzungen statt. Und es gibt auch einen Zugang zum Garten.“ Raum und Garten seien eine Ruheoase, hier können die Angestellten auch mal die Seele baumeln lassen. Der neue Kommissionierer mit Platz für 14.000 Packungen spare allen zudem viel wertvolle Arbeitszeit.

Erinnerungen an die lange Geschichte der Apotheke gibt es dennoch genug: Holzvertäfelungen, ein Brunnen und alte Gefäße in der Offizin erinnern an vergangene Tage. Auch die Kundin schätzen den Spagat zwischen Tradition und Moderne. „Viele sagen mir, dass uns der Umbau damals wirklich gelungen sei“, freut sich von Lehmann. Oft werde sie zudem auf ihre Vorgänger aus der eigenen Familie angesprochen: „Die Stammkunden fragen gerne, wie es meinem Vater geht.“

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