Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis APOTHEKE ADHOC, 15.09.2020 14:59 Uhr

Wie immer nicht vergessen – Sonder-PZN

Wer das Bedrucken der Sonder-PZN versäumt, dem könnte eine Beanstandung seitens der Krankenkasse drohen. Die Sonder-PZN richtet sich nach der Art der Rezeptur, je nachdem, was verordnet ist, muss eine andere Ziffernfolge aufgedruckt werden. Hier der Überblick:

  • 06460694 – Preisbildung für Cannabisblüten aller Sorten in unverändertem Zustand
  • 06460665 – Preisbildung für Cannabisblüten aller Sorten in Zubereitungen
  • 06460754 – Preisbildung für Cannabisextrakte in unverändertem Zustand
  • 06460748 – Preisbildung für Cannabisextrakte in Zubereitungen
  • 06460748 – Preisbildung für Dronabinol in Zubereitungen

Höchstmengen beachten

Auch für Cannabis und Cannabis-haltige Zubereitungen gelten Höchstmengen. Diese sind in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) in § 2 Abs. 1 aufgelistet und beziehen sich auf den Zeitraum von 30 Tagen. Interessant: Bei den Blüten richtet sich die Höchstmenge nicht nach dem eigentlichen THC-Gehalt, sondern nach der Grammzahl. So dürfen Ärzte pro Monat 100 g Blüten – ungeachtet der Sorte – verordnen. Bei Cannabisextrakten zählt der THC-Gehalt: Eine Gesamtmenge von 1000 mg THC darf innerhalb der 30 Tage nicht überschritten werden. Benötigt der Patient eine höhere Dosierung, so kann der Arzt die Verordnung mit einem „A“ kenntlich machen und eine Überschreitung der Höchstmenge tätigen. Legt der Patient mehrere Rezepte gleichzeitig vor, so muss die Apotheke addieren. Denn auch bei mehreren Rezepten oder unterschiedlichen Blüten gelten die Höchstmengen. Auch hier ist die Kennzeichnung zwingend erforderlich.

Dokumentation ist alles

Immer mal wieder kommt es zu Lieferengpässen bei Arzneimitteln. Dies kann auch bei Cannabispräparaten vorkommen. Häufig lässt sich der Patient nicht einfach auf eine gerade verfügbare Blüte umstellen, sodass die Apotheker und PTA bemüht sind, den Patienten alsbald zu versorgen. Dann zieht sich der Bestellprozess, egal ob über den Großhandel oder direkt, länger hin als eine Woche. Rechtlich muss das BtM-Rezept innerhalb einer Woche vorgelegt werden. Danach verliert es nicht seine Gültigkeit. Dennoch kann es zur Vermeidung einer Retaxierung sinnvoll sein, eine lückenlose Dokumentation niederzuschreiben. So kann der Apotheker belegen, dass er nicht fähig war das Rezept zügiger zu beliefern. Der Kontrahierungszwang beauftragt den Apotheker unabhängig von der Lieferfähigkeit zu bestellen. Die zur Seite gelegten BtM-Rezepte sollte bereits vor Erhalt der Ware und vor der eigentlichen Bedruckung mit einem Hinweis versehen werden. Auch ein regelmäßiger Austausch mit dem Verordner kann hilfreich sein.

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