Mit Vivanta drängt ein weiterer Generikahersteller in die Apotheken. Hinter dem Newcomer steht der indische Konzern MSN Labs. Dessen Führungsspitze hat große Pläne für den deutschen Markt.
Vivanta hat mittlerweile mehrere Rabattverträge in der Tasche, einige davon sogar exklusiv. Hatte sich das Unternehmen mit Sitz in Prag zunächst über Dienstleister an den Ausschreibungen beteiligt, wurde im vergangenen Jahr hierzulande ein eigenes Team aufgebaut. Eine Zweigniederlassung gibt es in Frankfurt.
„Deutschland gehört zu den fünf größten Pharmamärkten der Welt und ist der wichtigste in Europa. Wir sehen hier großes Potenzial“, sagt Dr. Manne Satyanarayana Reddy (kurz: Dr. MSN Reddy), der das Unternehmen 2003 gegründet hat. „Es handelt sich um einen stark regulierten Markt mit erheblicher Komplexität, weshalb wir uns schon seit vielen Jahren auf den Markteintritt vorbereiten.“
Aber warum erst jetzt, wo andere indische Unternehmen bereits seit fast 20 Jahren in diesem Land aktiv sind? „Es ist nie zu spät“, so seine Antwort.
Vivanta hat bisher durch Rabattverträge einen Fuß in die Tür bekommen. Doch das ist erst der Anfang. „Wir haben 2022 mit drei Produkten begonnen und sind seitdem jedes Jahr gewachsen. Jetzt, in unserem dritten Jahr, haben wir über 30 Produkte“, sagt Bharat Reddy, der als Executive Director das weltweite Geschäft leitet. „Unser Ziel ist es, ein umfassendes Portfolio anzubieten.“ Bislang habe man 180 Zulassungsanträge eingereicht, und man habe noch viel in der Pipeline.
Das Unternehmen verfügt mit über 500 sogenannten „Drug Master Files“ (DMF) weltweit über die größte Anzahl, gefolgt vom zweitplatzierten Hersteller mit knapp über 400.
„Unser Plan ist es, all unsere Produkte auch auf den Markt zu bringen“, so Reddy. Zu diesem Zweck würden weltweit Teams aufgebaut. Derzeit arbeiteten rund 1000 Mitarbeiter außerhalb Indiens für die Unternehmensgruppe. „Insgesamt beschäftigen wir derzeit über 18.000 Mitarbeiter.“
„Wir vertreiben derzeit hochwertige Generika. Biosimilars befinden sich bereits in unserer Pipeline. Wir gehen davon aus, bis 2028 sechs Biosimilars auf den Markt zu bringen. Dank unserer umfangreichen Erfahrung als Wirkstoffhersteller sind wir bei komplexen Formulierungen stark.“
Was kann der deutsche Markt erwarten? „Hohe Qualität, günstige Preise, ein breites Portfolio und zuverlässige Produktverfügbarkeit.“ Man verfüge weltweit über 17 Produktionsstätten zur Herstellung von Wirkstoffen sowie acht Produktionsstätten für Fertigarzneimittel.
„Unser Ziel ist es, ein angesehener und zuverlässiger pharmazeutischer Anbieter zu werden. Wir beabsichtigen, innerhalb von zwei bis drei Jahren über 100 Produkte in Deutschland anzubieten. Wir haben bereits damit begonnen, ein eigenes Vertriebsteam aufzubauen.“ Derzeit liefere man etwa eine Million Packungen pro Monat aus. „The sky is the limit “, sagt Reddy.