Versandapotheken

Zur Rose: Enttäuscht von Pick-up

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Berlin -

Seit zwei Jahren ist Zur Rose Pick-up-Partner der Drogeriekette dm. Die Kooperation war ein Großprojekt, das die Versandapotheke anfangs zu überfordern drohte. Doch mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt: Das Konzept hat nicht den erhofften Erfolg gebracht und soll jetzt offenbar abgespeckt werden.

Bereits Mitte vergangenen Jahres hatten Zur Rose und dm ihr gemeinsames Pick-up-Modell nach den ersten 18 Monaten umfassend analysiert. „Die Kooperation hat unsere Umsatzerwartungen nicht erfüllt“, sagt der neue Deutschlandchef Walter Hess in einem Interview im aktuellen Geschäftsbericht. „Die in den rund 1600 dm-Filialen installierten Bestellterminals wurden zu wenig genutzt.“

Allerdings hätten sich die Filialen als beliebte Abholstellen von bestellten Medikamenten erwiesen. Kunden seien somit unabhängig und müssten nicht zu Hause sein, um das Paket in Empfang zu nehmen. Außerdem profitierten sie von den langen Ladenöffnungszeiten und kombinierten ihre Einkäufe mit der Abholung bei dm.

„Vor diesem Hintergrund ist dm für uns ein nach wie vor wichtiger Partner zur Neukundengewinnung, mit dem wir die Zusammenarbeit weiterentwickeln werden“, so Hess. Künftig wollen sich Zur Rose und dm aber auf den exklusiven Vorteil des Pick-up-Services in den dm-Filialen konzentrieren.

Grundsätzlich will sich Zur Rose laut Firmenchef Walter Oberhänsli als Marke für „Professionals“ positionieren und „das Rezeptgeschäft unter Einbezug von Mittlern wie Ärzten, Krankenkassen und Herstellern weiter ausbauen“. Eine wichtige Rolle soll dabei das elektronische Rezept spielen, das laut Hess in der Schweiz seit Jahren etabliert ist und in Deutschland kurz vor der Einführung steht.

Dagegen soll DocMorris weiter mit Rx-Boni Kunden gewinnen. Die Liberalisierung des Apothekenmarktes bleibe ein strategisches Ziel, heißt es im Geschäftsbericht weiter. Man habe sich auch 2014 für eine „europarechtliche Korrektur“ der Rx-Festpreise eingesetzt: „Zur finalen Klärung der Fragestellung verfolgte DocMorris die beiden rechtlich möglichen Wege, Beschwerde bei der EU-Kommission und Vorlagebeschluss eines deutschen Gerichts an den Europäischen Gerichtshof (EuGH), weiter. Um den Vorlagebeschluss an den EuGH zu erlangen, wurden unterschiedliche Verfahren vor deutschen Gerichten geführt.“

Die Belieferung am selben Tag, wie sie in Berlin derzeit von der Versandapotheke Aponeo getestet wird, ist für Zur Rose und DocMorris vorerst kein Thema: Laut Oberhänsli ist „Same day delivery“ in bestimmten Branchen zweifellos ein Trend – Lebensmittel- oder Elektronikhandel etwa. Wichtiger als eine höhere Geschwindigkeit sei für viele Onlinekunden jedoch die Individualität beim Paketempfang. Zur Rose biete bereits heute auf Wunsch Abend- oder Samstagszustellung an. Aber: „Wenn die Ansprüche an die Liefergeschwindigkeit im Medikamentenversand steigen, werden wir sicherlich nicht abseits stehen.“

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