Generikakonzerne

Stada dementiert Verkaufsgespräche

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Berlin -

Die Stada hat erstmals seit dem Aufkommen von Übernahme-Spekulationen diesbezügliche Gespräche mit dem Finanzinvestor CVC dementiert. „Es gibt und gab keine Gespräche mit CVC über eine Übernahme von Stada“, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Bad Vilbel bei Frankfurt.

Bisher hatte Stada sich nicht zu dem Thema geäußert. Ende Mai hatte ein Bericht des Wall Street Journal (WSJ) über erste Gespräche mit der Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners die Aktie des Unternehmens in die Höhe schnellen lassen.

Wie am Mittwoch aus Kreisen zu erfahren war, führt Stada auch nicht mit anderen Finanzinvestoren Gespräche über einen Verkauf, weder in Bezug auf das gesamte, noch über Teile des Unternehmens. Stada indes wollte sich nicht weiter dazu äußern.

Die Spekulationen hatten auch den Börsenkurs stabil gehalten, als am Sonntagabend der Wechsel an der Konzernspitze bekannt wurde. Der langjährige Vorstandschef Hartmut Retzlaff werde mit sofortiger Wirkung sein Amt bis auf Weiteres ruhen lassen, teilte der Generikakonzern in Bad Vilbel nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mit. Grund sei eine schwere, voraussichtlich länger andauernde Erkrankung des Managers.

Retzlaffs Ausscheiden trifft die Stada in einer empfindlichen Phase. Der Finanzinvestor Active Ownership Capital (AOC) fordert den Umbau des Unternehmens und will in einem ersten Schritt den Aufsichtsrat auswechseln. Erst einigte sich Abend mit AOC über einen Kompromiss.

Doch kurz darauf trat die Stada die Flucht nach vorne an und verschob die entsprechende Hauptversammlung auf Ende August. Unabdingbar sei eine „sorgfältig vorbereitete und durchgeführte Auswahl geeigneter Kandidaten“, hieß es. Ein Nominierungsausschuss sollte mit Unterstützung externer Experten einen strukturierten Auswahlprozess durchführen und mindestens drei neue Aufsichtsräte vorschlagen. Außerdem tauchten plötzlich Gerüchte über informelle Verkaufsgespräche zwischen Retzlaff und der Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners auf.

Retzlaff drohten allerdings auch Fragen zum Aufstieg seines Sohnes und zur Rolle seiner Berater im Unternehmen. Kritiker werfen Retzlaff vor, die Grundsätze der guten Unternehmensführung, denen börsennotierte Unternehmen unterliegen, verletzt zu haben.

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