Öko-Test bewertet mit „ungenügend“

Schlechte Test-Note: Almased wehrt sich

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Berlin -

Zuletzt hatte Öko-Test 17 Diätpulver untersucht. Dabei ging es nicht um deren Wirkung, sondern vor allem um Inhaltsstoffe, Verunreinigungen, Zusatzstoffe wie Süßstoffe sowie Kennzeichnungen und Werbeaussagen auf der Verpackung. Unter Beachtung der vom Verbrauchermagazin gesetzten Bewertungsmaßstäbe schnitten mehr als die Hälfte der Pulver mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ab. So auch einer der Platzhirsche im Segment: Almased. Der Hersteller wehrt sich gegen die Aussagen und die verzerrten Maßstäbe.

Almased kassierte Punktabzüge unter anderem wegen Mineralölrückständen (MOSH), fehlenden Angaben sowie Werbung mit Selbstverständlichkeiten auf der Verpackung. Da half auch nicht, dass Almased anders als viele andere getestete Pulver auf Süßstoffe verzichtet. Almased verweist auf die eigenen hohen Qualitätsstandards und die von Öko-Test selbst auferlegten Testkriterien. „Almased ist ein Produkt, dass seit 30 Jahren höchste Produktionsstandards einhält und dessen Wirksamkeit in 32 Studien wissenschaftlich belegt wurde. Es gibt kein vergleichbares Produkt, dass diesen hohen Anforderungen entspricht und so viele Erfolgsgeschichten aufweisen kann“, so das Unternehmen.

So seien auch die Kriterien, die zur Abwertung führten haltlos. „Die in Almased nachgewiesenen Spuren von MOSH liegen im unauffälligen Bereich und bleiben deutlich unter den festgelegten Orientierungswerten des Lebensmittelverbandes Deutschland.“ Die Anwendungshinweise auf der Dose würden zudem den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, zusätzliche Beratung gebe es persönlich und ausführlich per Telefon, E-Mail, über die Social-Media-Kanäle und die Website.

„In der Lebensmittelindustrie sind Rückstände von Mineralöl nicht vermeidbar. Mineralöle können aus der Umwelt, durch den Einsatz von Maschinen bei der Ernte, durch den Transport oder aus Verpackungsmaterialien, z.B. aus Recycling-Papier, in Spuren in unsere Lebensmittel gelangen. Es besteht jedoch kein Grund zur Sorge: Aufgrund dieses Befundes sind keine negativen gesundheitlichen Effekte zu erwarten – gemäß der neuesten Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu MOSH/MOSH-Analogen vom September 2023“, heißt es aus der Almased-Qualitätssicherung.

Dass Öko-Test außerdem kritisiert, dass Almased keine konkreten Empfehlungen zur Trinkmenge und Bewegung auf der Verpackung gibt sowie den Ballaststoffgehalt nicht angibt, versteht der Hersteller ebenfalls wenig. „Alle Angaben auf der Almased-Dose entsprechen den gesetzlichen Vorschriften.“ So sei es gesetzlich nicht vorgeschrieben, den Ballaststoffgehalt anzugeben. Da auf der Dose ohnehin viele Dinge beachtet werden müssten, müssten zusätzliche Informationen genau abgewogen werden.

Dass Almased hingegen auf einen hohen Proteingehalt hinweist und auf die natürlichen Inhaltsstoffe findet Öko-Test „fragwürdig“ und überflüssig. „Wir schreiben auf unserer Dose, dass Almased proteinreich ist, weil wir nicht davon ausgehen, dass alle Verbraucher über dieses Thema informiert sind und die gesetzlichen Vorgaben kennen“, so Almased.

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