Die Versender müssen erkennen, dass auch für sie im Rx-Bereich die Bäume derzeit nicht in den Himmel wachsen. Redcare hat im Vorfeld der Zahlenpräsentation am späten Abend die Prognose für das laufende Geschäftsjahr vorgestellt. Ist die Luft zwei Jahre nach Einführung des E-Rezepts schon wieder raus?
Demnach soll der Gesamtumsatz nur um 13 bis 15 Prozent wachsen. Für den Rx-Bereich werden Umsätze in Deutschland von mehr als 670 Millionen Euro erwartet, das entspricht einem Zuwachs um ein Drittel. Die Non-Rx-Umsätze sollen insgesamt sogar nur um 8 bis 10 Prozent wachsen. Dabei soll insgesamt ein bereinigtes operatives Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von mindestens 2,5 Prozent erzielt werden.
Im vergangenen Jahr hatte Redcare hierzulande 503 Millionen Euro im Rx-Bereich umgesetzt. Das war zwar eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr; Analysten hatten aber mindestens 100 Millionen Euro mehr erwartet.
Konkret haben sich die Rx-Umsätze in Deutschland seit Einführung des E-Rezepts wie folgt entwickelt:
Nicht viel besser sah es zuletzt im Non-Rx-Bereich aus, wie die Zahlen für den DACH-Raum (Deutschland/Österreich/Schweiz) zeigen:
Hinzu kommt, dass die zusätzlichen Umsätze teuer erkauft waren. Einen dreistelligen Millionenbetrag hatte der Versandkonzern alleine in den ersten neun Monaten für Vertrieb und Marketing gezahlt.