Mega-Übernahme

Pfizer streicht 13.000 Stellen

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Der Kauf des Arzneimittelherstellers Wyeth durch den Branchenpriums Pfizer hat für die Mitarbeiter nicht nur positive Seiten: Durch die Übernahme fallen rund 10 Prozent der Stellen weg, fünf Werke werden geschlossen. Die Konzerne beschäftigten zuletzt weltweit insgesamt mehr als 130.000 Mitarbeiter. Anfang vergangener Woche war bekannt geworden, dass Pfizer bereits 2400 Stellen im Vertrieb streichen will.

Zur Finanzierung des Zukaufs halbiert Pfizer seine Dividende. Etwa ein Drittel des Kaufpreises bezahlt Pfizer über neue Kredite einer Bankengruppe in Höhe von 22,5 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Angestrebt werden Kosteneinsparungen von rund vier Milliarden Dollar pro Jahr.

Die Wyeth-Aktionäre halten damit künftig etwa 16 Prozent am neuen Konzern. Die Pfizer-Aktie fiel im vorbörslichen US-Handel um mehr als 4 Prozent auf rund 16,70 Dollar. Wyeth-Papiere stiegen um gut 5 Prozent auf 46 Dollar.

Gemeinsam kommen die zwei Konzerne nach neuesten Zahlen im Jahr 2008 auf einen Umsatz von 71 Milliarden Dollar bei fast 13 Milliarden Dollar Gewinn. Für das Schlussquartal 2008 gaben beide Konzerne am Montag unter dem Strich sinkende Gewinne bekannt.

Durch den Zusammenschluss sei der Konzern nun auch Nummer 1 bei biologischen Arzneimitteln, sagte Pfizer-Chef Jeffrey Kindler. Der seit Sommer 2006 amtierende Kindler soll auch künftig an der Spitze stehen.

Zu Pfizers Produktpalette gehört der Blutfettsenker Lipitor/Sortis (Atorvastatin). Das meistverkaufte Medikament der Welt mit Erlösen von rund 13 Milliarden Dollar pro Jahr steht für rund ein Viertel des Pfizer-Umsatzes. Wyeth vermarktet unter anderem das Anti-Depressivum Effexor (Venlafaxin) und den Kinder-Impfstoff Prevenar gegen Lungenentzündung.

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