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Rochade bei Steigerwald

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Berlin -

Bayer hat Steigerwald zum Jahreswechsel integriert. Der Vertrieb der prominenten Marke Iberogast läuft künftig unter der Regie des Leverkusener Pharmakonzerns. Am ehemaligen Hauptsitz des Phytoherstellers in Darmstadt verbleibt die Produktion. Ein neuer Geschäftsführer für den Standort wird gesucht. Interimsmäßig hat Dr. Christian Schleicher den Posten übernommen, der auch das Geschäft von Bayer in Bitterfeld verantwortet.

Christian Sarto hatte Steigerwald seit Juli 2013 geführt. Er hatte den langjährigen Firmenchef Dr. Marcel Robroeks abgelöst. Sarto war seit 2006 bei Bayer für Unternehmensübernahmen und Fusionen zuständig. Zum Jahresanfang wechselte er zurück nach Leverkusen.

Schleicher kam nach seinem Biochemie- und Pharmaziestudium an der Universität Buenos Aires 1995 als Betriebsassistent zu Schering. Nach einer zweijährigen Station im brasilianischen São Paulo wechselte er nach Jakarta. In der indonesischen Hauptstadt war er fünf Jahre lang als Schering-Werksleiter tätig. Von 2006 bis 2009 war er als Leiter des Bereichs HealthCare Product Supply in Brasilien tätig. Danach löste er in Bitterfeld Dr. Hans-Joachim Raubach ab.

Seit Januar treten die Vertriebsteams von Bayer und Steigerwald gemeinsam auf. Der Phytohersteller hatte seine Mitarbeiter zuvor unter der Leitung von Marketing- und Vertriebschef Jens Gruske sowohl in die Arztpraxen als auch in die Apotheken geschickt. Die neuen Teams steuern jeweils entweder Offizin oder Mediziner an.

Knapp 90 von 130 Mitarbeiter gehen in die Apotheken. Die Abstimmung zwischen den beiden Teams läuft elektronisch über ein CRM-System. Bislang hatte Bayer 63 Mitarbeiter vor Ort im Einsatz. Durch die Verdopplung würden die Gebiete kleiner und die Besuchsfrequenz höher. Sukzessive sollen auch die Packungen angepasst werden. Das Steigerwald-Portfolio wurde bereits aufgeräumt; Produkte wie AP Ampullen, Asthmakhell, Femilla, Phytohepar, Proaktiv, Psychotonin und Steiprostat wurden außer Vertrieb genommen.

Bayer hatte Steigerwald im Mai 2013 für 218 Millionen Euro übernommen – bei einem Umsatz von 61 Millionen Euro. Der Konzern versprach, die bestehenden Strukturen in Darmstadt und im Vertrieb zu erhalten. Bayer verpflichtete sich, alle 180 Mitarbeiter zu übernehmen; betriebsbedingte Kündigungen sollte es nicht geben, hieß es damals. 2015 endete die Friedenspflicht. In Darmstadt sollen weiterhin auch Forschung und Entwicklung angesiedelt sein.

In Bitterfeld wird etwa Aspirin hergestellt. Der Grundstein für den Standort wurde 1992 gelegt. 2004 wurde der Betrieb aufgenommen. In das rund 53 Hektar große Grundstück hat Bayer rund 750 Millionen Euro investiert. An dem Standort sind rund 850 Mitarbeiter beschäftigt.

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