Lieferdienste

Vivesco übernimmt Dedendo

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Berlin -

Nach dem plötzlichen Ausstieg von ProSiebenSat.1 soll der Lieferdienst Dedendo komplett von der Alliance-Kooperation Vivesco übernommen werden. Derzeit laufen einem Vivesco-Sprecher zufolge Verhandlungen zu den Übernahmen der Geschäftsanteile. Die teilnehmenden Apotheken sollen in der Zwischenzeit durch Vergünstigungen bei der Stange gehalten werden.

Der Medienkonzern hatte eine Minderheitsbeteiligung an Dedendo erworben und im Gegenzug Werbezeiten im Fernsehen zur Verfügung gestellt. Doch mit dem Wachstum von Dedendo war man bei ProSiebenSat.1 nicht zufrieden, der Konzern zog eine Ausstiegsklausel. Konkrete Zahlen zu der Übernahme der Geschäftsanteile konnte der Vivesco-Sprecher nicht nennen. „Aber die Grundidee ist, dass wir die Gesellschaft übernehmen.“

Aktuell machen etwa 1100 Apotheken bei Dedendo mit. Die Kunden können ihre Arzneimittel online bestellen und von einer teilnehmenden Apotheke ausliefern lassen. Flächendeckend wäre der Lieferdienst nach eigenen Vorgaben ab 2000 Apotheken. Um diese Zahl zu erreichen, dürfen auch Apotheken mitmachen, die nicht bei Vivesco sind. Daran soll sich dem Sprecher zufolge nichts ändern.

Angepasst werden soll dagegen das Gebührenmodell. Bislang mussten die Apotheken eine einmalige Gebühr von 138 Euro für die Einrichtung des Shops bezahlen. Von den Bestellungen der OTC- und Freiwahlprodukt gehen 10 Prozent des Netto-Verkaufspreises an Dedendo.

Beide Gebühren will Vivesco zunächst abschaffen: „Wir möchten deutlich machen, dass wir weiter an die Idee glauben, und bei den Apotheken Vertrauen schaffen“, sagt der Vivesco-Sprecher. Denn natürlich sei ProSiebenSat.1 ein wichtiger Partner gewesen, um das Modell bekannt zu machen.

Der Medienkonzern hat mit solchen Beteiligungsmodellen schon Erfahrungen gesammelt, prominentestes Beispiel ist der Internetshop „Zalando“. In diesem Fall habe es ProSiebenSat.1 allerdings nur mit einem Partner zu tun, so der Vivesco-Sprecher, „bei uns wären es 2000 Einzelhändler gewesen“. Dass die Umsetzung in einem solchen Markt länger dauert, ist für Vivesco selbstverständlich. Doch ProSiebenSat.1 fehlte offenbar die Geduld dazu.

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