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Irreführende Werbung: Novo Nordisk verklagt Lilly

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Berlin -

Der dänische Hersteller Novo Nordisk hat mit seinen Präparaten Ozempic und Wegovy in den vergangenen Jahren satte Gewinne eingefahren. Doch der Markt um Diabetes- und Adipositasprodukte ist hart umkämpft – besonders groß ist die Konkurrenz zum amerikanischen Hersteller Lilly. Diese Woche eskalierte der Streit in einer Klage vor einem amerikanischen Bundesgericht. Grund sei die irreführende Werbung von Lilly für Zepbound und Mounjaro, so die Anschuldigung der Dänen.

Laut Novo Nordisk bediene sich Lilly in der eigenen Werbung veralteter Studien, was irreführend und verwirrend für die Verbraucher:innen sei. Mit den Werbeaussagen wolle Lilly die höchsten injizierbaren Dosen der eigenen Produkte mit niedrigeren Dosen der injizierbaren Medikamente von Novo Nordisk gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes vergleichen.

„Diese vielbeachteten US-Werbekampagnen erwecken den irreführenden Eindruck, dass die Medikamente von Lilly überlegen seien, unter anderem durch das Verschweigen entscheidender wissenschaftlicher Erkenntnisse über neuere, wirksamere, von der FDA zugelassene Optionen wie die 7,2-mg-Dosis von Wegovy (Semaglutid), die einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 19 Prozent zeigte“, meint Novo Nordisk.

Dabei hätten die Menschen ein Recht auf evidenzbasierte, aktuelle Informationen, auf die sie sich bei Entscheidungen über ihre Gesundheit verlassen könnten, heißt es vom Hersteller aus Dänemark. Den Amerikanern sollte nicht der vollständige Überblick über ihre Behandlungsmöglichkeiten vorenthalten werden, so die Meinung.

„Falsch und wesentlich irreführend“

Mit der Klage beanstandet Novo Nordisk die landesweite Direktwerbung von Lilly für Zepbound und Mounjaro (beides Tirzepatid) „als falsch und für Millionen von Amerikanern, die an Adipositas und Typ-2-Diabetes leiden, als wesentlich irreführend“, da sie relevante Informationen über Wegovy und Ozempic auslasse.

Zuvor habe es bereits eine Unterlassungsaufforderung von Novo Nordisk gegeben, doch Lilly weigere sich, bestimmte Werbeanzeigen zu entfernen oder anzupassen. „Da neue und wirksamere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, haben die Menschen ein Recht auf korrekte Informationen, die den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen und ihnen helfen, fundierte Entscheidungen über ihre Behandlung zu treffen“, so John F. Kuckelman, Senior Vice President und Group General Counsel bei Novo Nordisk.

Novo Nordisk will dauerhafte Unterlassungsverfügung

Deshalb habe man diese Woche beim US-Bundesgericht in New Jersey eine Klage gegen Lilly wegen mehrfacher Verstöße gegen Bundes- und Landesgesetze zu irreführender Werbung und unlauterem Wettbewerb eingereicht. „Unternehmen im Gesundheitswesen sind dafür verantwortlich, dass ihre öffentlichen Aussagen korrekt und aktuell sind – wirkungslose Haftungsausschlüsse im Kleingedruckten können den irreführenden Eindruck, den groß angelegte nationale Kampagnen erwecken, nicht ausräumen.“

Novo Nordisk strebt eine dauerhafte Unterlassungsverfügung an. Demnach müsste Lilly die vermeintlich irreführende Vergleichswerbung auf allen Plattformen zurückziehen und eine korrigierende Werbekampagne durchführen. Umgekehrt hatte es zuletzt ein Vorgehen Lillys gegeben – der Hersteller war wiederum selbst nicht mit dem Geschäftsgebaren von Novo Nordisk einverstanden war.

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