Höhere Zuzahlungen

Finanzkommission: Jubel bei Boni-Versendern

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Berlin -

Die Vorschläge der Finanzkommission sorgen bei den Anlegern der Versandapotheken für neue Fantasie: Wenn die Zuzahlung erhöht wird, könnten Patientinnen und Patienten wieder verstärkt zu den Anbietern von Boni wechseln, so die Logik. Um rund 20 Prozent schossen die Aktien von Redcare und DocMorris seit Montag nach oben.

Die am Vortag schwungvoll eingeleitete Erholung bei Redcare hat sich am Dienstag fortgesetzt. Die Aktien knüpften mit einem Anstieg um 12 Prozent an ihre fast 8-prozentigen Gewinne vom Montag an, die nach einem anfangs noch erreichten Tief seit 2019 zustande kamen. Das Bankhaus Metzler begründet die Erholung mit Reformvorschlägen der Finanzkommission.

Die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beauftragten Experten hatten insgesamt 66 Vorschläge vorgelegt, über die jetzt weiter beraten wird. Für Redcare sieht Analyst Felix Dennl vor allem einen Kurstreiber in dem Vorschlag, die Zuzahlung von gesetzlich Versicherten zu verschreibungspflichtigen Medikamenten zu erhöhen. Der Experte glaubt, dass höhere Zuzahlungen die Verbraucher dazu veranlassen könnten, von stationären Apotheken zu preisgünstigeren Versandapotheken zu wechseln. Vor diesem Hintergrund zogen auch die Aktien von DocMorris in Zürich um 7 Prozent an.

Die Finanzkommission will die Zuzahlung für Arzneimittel von 5 bis 10 auf 7,50 bis 15 Euro erhöhen. Die niederländischen Versender hatten zuletzt vermehrt Boni ausgelobt, mit denen die Verbraucher die Zuzahlung sparen konnten.

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