Öko-Test

Baby-Waschgele: Weniger ist mehr

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Berlin -

An die empfindliche Babyhaut sollen nach Möglichkeit nur schonende Substanzen. Das gilt auch beim Waschen und Baden. Öko-Test hat 20 Waschgele und -lotionen getestet und fast alle mit „sehr gut“ bewertet. Dabei waren Vertreter aus Supermarkt, Drogerie und Apotheke.

Nicht nur für zarte Babyhaut sind die milden Produkte geeignet, auch Erwachsene mit empfindlicher oder zu Allergien neigender Haut können von pH-neutralen, milden Tensiden profitieren. 18 der 20 getesteten Gele und Lotionen können von Öko-Test mit der Bestnote bewertet werden – darunter auch sechs Naturkosmetika.

Weniger ist oftmals mehr – das gilt besonders bei der Babypflege. Deshalb wurde besonderes Augenmerk auf Problemstoffe wie Paraffine und unnötige Zusatzstoffe wie Duft- oder Konservierungsmittel gelegt. Fast alle Produkte konnten hier punkten. „Daran könnten sich manche Kosmetika für Erwachsene ein Beispiel nehmen“, findet Öko-Test. Oft seien die Produkte „für die ganze Familie“ ausgelobt. Daran sieht auch das Institut keinen Zweifel. Es spreche nichts dagegen, dass die Eltern auch ihrer eigenen Haut etwas Gutes tun und die milden Substanzen verwenden.

Problemstoffe nur in zwei Produkten

Nur zwei Produkte schneiden im Test mit „gut“ beziehungsweise „befriedigend“ ab: Das Bübchen Wasch Gel Sensitiv und die Sebamed Baby & Kind Waschlotion Haut & Haar. Beide Produkte enthalten Polyethylenglykole (PEG), welche die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Das Bübchen-Produkt enthält zudem Polyquaternium-10, einen synthetischen Kunststoff. „Die anderen Produkte zeigen, dass es auch ohne synthetische Polymere geht.“ Der Hersteller des Produktes Dallmann´s Pharma teilte jedoch mit, dass künftig auf die Verbindung verzichtet wird.

Mit „sehr gut“ bewertet wurden unter anderem verschiedene Produkte aus der Apotheke: Die Weleda Baby Calendula Waschlotion & Shampoo (6,95 Euro), die Frei Öl Baby Waschlotion (6,60 Euro) und das Paediprotect 2in1 Shampoo und Waschlotion (2,95 Euro) konnten überzeugen. Obwohl Frei Öl mit „sehr gut“ abschneidet, gibt es Kritik: Denn der Hersteller wirbt damit, dass das Produkt „essbar“ sei. „Wir halten eine solche Auslobung bei einem Kosmetikprodukt für unangebracht. Immerhin wird auf der Rückseite dann klar, dass das Produkt kein Lebensmittel ist und nicht verzehrt werden soll.“ Auch die Eigenmarken von Edeka (Elkos), Rewe (Babytime), Kaufland (Bevola), dm (Babylove und Alverde) sowie Rossmann (Babydream) schneiden mit der Bestnote ab.

Weniger ist mehr – auch bei Häufigkeit und Dauer

Öko-Test gibt zudem einige Hinweise für Babys erstes Bad. Säuglinge sollten erst gebadet werden, wenn die Nabelschnur abgefallen ist. Außerdem sollte der Moment zeitlich passend gewählt werden: Ist das Kind müde oder hungrig, wird es kaum entspannt genug sein. Nach dem Füttern sollte jedoch eine Verdauungspause eingelegt werden, bevor es ans Baden geht. Wichtig ist, dass der Raum gut geheizt ist, damit es nicht zu kalt im Zimmer ist. Die Wassertemperatur sollte 36 bis 37 Grad betragen.

Für die ganz kleinen reicht pures Wasser aus. Ein paar Spritzer Waschgel oder -lotion schaden jedoch nicht – vor allem, wenn das Kind schon viele Haare hat. Alle Produkte können entweder direkt ins Badewasser gegeben werden, oder sanft auf die Haut aufgetragen werden. Wichtig ist, dass sie später gut abgespült werden. Die Dauer des Bades sollte zu Beginn nur zehn Minuten betragen, später kann langsam gesteigert werden. Auf tägliches Baden sollte jedoch verzichtet werden, da es die Haut unnötig austrocknet. Als Faustregel gibt Öko-Test folgenden Hinweis: In den ersten drei Monaten einmal pro Woche, später ein- bis zweimal pro Woche. Dabei sollte jeweils die individuelle Situation berücksichtigt werden.

 

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