Verblisterung

AvidiaMed startet Pilotprojekt

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In der industriellen Verblisterung bekommt die Kohl-Tochter 7x4 nun Konkurrenz: AvidiaMed hat Ende April gemeinsam mit der BKK24 im Schaumburger Land ihr erstes Pilotprojekt gestartet. In der Region westlich von Hannover sollen in den kommenden neun Monaten bis zu 150 Patienten den von AvidiaMed entwickelten „MediFalter“ von ihren Ärzten verordnet bekommen. Die Abgabe erfolgt über die Apotheke.

Apotheker und Ärzte, die sich an dem Pilot beteiligen wollen, müssen einem Vertrag mit der Kasse beitreten. Eine gesonderte Vergütung für die Dienstleistung gibt es nicht: Die Arzneimittel werden auf Basis des Apothekenverkaufspreises tablettengenau mit der Kasse abgerechnet. Die Apotheke bestellt direkt bei AvidiaMed, produziert werden die Blister bei dem AvidiaMed-Schwesterunternehmen Weimer Pharma in Rastatt.

Die Patienten im Pilotprojekt müssen mindestens drei unterschiedliche orale Arzneimittel bekommen. Der MediFalter reicht für eine Woche, die Verordnungen sollen in der Regel allerdings den Monatsbedarf abdecken. Auch die Abrechnung zwischen AvidiaMed und den Apotheken soll tablettengenau erfolgen. Für die Verpackung soll keine zusätzliche Gebühr anfallen.

Bislang hat sich eine Handvoll Apotheken angemeldet. Die Zahl reicht laut AvidiaMed aus, um eine flächendeckende Versorgung im Testgebiet zu gewährleisten. In der ersten Phase soll ein Dutzend Ärzte teilnehmen. Bei ihrer Verordnung sind die Mediziner an das von AvidiaMed angebotene Arzneimittelsortiment gebunden - aktuell sind es laut Geschäftsführer Thomas Grözinger rund 180 Wirkstoffstärken.

Je nach Bedarf soll das Sortiment in Zukunft ausgeweitet werden, kündigte Grözinger gegenüber APOTHEKE ADHOC an. Damit der Kasse keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen, ist ein Rabattvertrag über das „Fertigarzneimittel Medifalter“ abgeschlossen worden.

Nach neun Monaten will die BKK24 die Ergebnisse des Piloten unter die Lupe nehmen. „Unser Ziel ist es, die Versorgung zu optimieren“, sagte BKK24-Vorstand Friedrich Schütte gegenüber APOTHEKE ADHOC. Neben der Qualität soll auch die Wirtschaftlichkeit der Versorgung geprüft werden. Für eine wissenschaftliche Auswertung ist die geringe Zahl der teilnehmenden Patienten laut Schütte allerdings zu niedrig.

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