Immer mehr Apotheken investieren in Terminals. Mit den Bestellautomaten können Orte und Gemeinden mit Arzneimitteln versorgt werden, die keine eigene Apotheke haben. Die Terminals stehen in Rathäusern, Bäckereien oder Minimärkten – und bald auch in Pflegeheimen. Der Hersteller Pharmagest will die Einrichtungen direkt mit dem Backoffice vernetzen.
Ein Jahr nach der Einführung des Terminals mit dem Namen id.Express will Pharmagest jetzt einen Schritt weitergehen. „Es gibt so viele Varianten der Kommunikation zwischen Apotheken und Heimen“, sagt Dr. Juliane Kresser, Director of Strategy bei Pharmagest. Genutzt werde das Telefon, das Fax, KIM. „Da gibt es sämtliche Varianten.“
Mit dem neuen id.Express Care werde eine „kompakte“ Lösung angeboten, die den kompletten Bedarf abdecken soll. Über das Terminal könne individuell per Bewohner:in durch das Pflegepersonal in der Apotheke bestellt werden. Dazu gebe es eine Übersicht, welche Produkte die Patientin und der Patient bereits beziehe. Der Zugriff auf aktualisierte Medikationspläne sei sicher. „Für Pflegende ist es super einfach, es ist eine Struktur, die direkte Verbindung zur Apotheke in Echtzeit.“
In der Pflege gehe es vor allem um Zeit, sagt Kresser. Pflegende und Apothekenangestellte verlören wertvolle Zeit durch Telefonate, Übertragungsfehler und Bürokratie. Mit dem Terminal könne das Personal direkt aus der Pflegeeinrichtung auch E-Rezepte in Echtzeit an die Partnerapotheke übermitteln. Gleichzeitig erleichtere ein integrierter Kommunikationskanal den Austausch.
Dazu komme die Sicherheit in der Übertragung von Daten und die Dokumentation. Die Idee zum neuen Pflegeterminal für Apotheken sei entstanden, da Inhaberinnen und Inhaber eine fehlende Bestellmöglichkeit für Heime moniert hätten. „Kunden sind auf uns zugekommen und haben gesagt, dass sie ein Terminal für ihre Heime bräuchten.“
Im ersten Quartal werde die Pilotphase beginnen, sagt Kresser. Zudem arbeitet das Unternehmen, das zur apothekereigenen Equasens-Gruppe gehört, an einer Vernetzung mit anderen Warenwirtschaftsanbietern: „Die Schnittstelle für andere Apothekensoftware befindet sich im Test“, sagt Kresser. Pharmagest bietet die eigene Software Gawis an.
Apothekenterminals werden immer beliebter. Ein Bestellgerät in einem Supermarkt sei die bessere Alternative als eine „Apotheke light“ oder ausländische Versandhändler, sagt Stefan Burgstaller, Inhaber der St. Josefs-Apotheke in Fürstenzell. Inhaber Jörg Lehmann will mehrere Terminals aufstellen und hat bereits zwei Anlagen in einer Bäckerei und einem Dorfladen installiert. Man müsse den Menschen Angebote machen, sagt er. Es sei ein Versuch.