Ab dem 1. April wird Ivermectin AL 10 mg/g Creme zur Rosacea-Behandlung erhältlich sein. Das Generikum ist bioäquivalent zum Originalpräparat Soolantra (Galderma).
Ivermectin ist in der S2k-Leitlinie zur topischen Behandlung der Rosacea empfohlen. Der Wirkstoff besitzt einen dualen Ansatz: Ivermectin hat antientzündliche Eigenschaften und wirkt zum anderen antiparasitär auf die Demodex-Milbe, die bei der Entstehung der Hauterkrankung eine Rolle spielt. Die Creme ist zur topischen Behandlung von Erwachsenen mit entzündlichen Läsionen der papulopustulösen Rosacea zugelassen und wir einmal täglich aufgetragen. Die Anwendung kann als Monotherapie sowie im Rahmen einer Kombinationstherapie erfolgen.
Rosacea kann jede/n treffen – wobei Frauen häufiger und früher betroffen sind. Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf. Der Großteil bemerkt die ersten Symptome jedoch mit etwa 30 Jahren. Rosacea kann individuelle Symptome zeigen und verläuft grob in drei Stadien: Zu Beginn zeigen sich erweiterte Äderchen und Rötungen im Wangenbereich. Anfangs sind die Symptome nur temporär zu verzeichnen, im Krankheitsverlauf hält die Rötung jedoch an. Im Anschluss können zusätzlich Knötchen und mit Eiter gefüllte Pusteln auftreten. Das dritte Stadium ist durch Wucherungen der Talgdrüsen gekennzeichnet, das Hautrelief wird gröber und kann schließlich als „Knollennase“, wie sie beim Mann zu finden ist, enden.
Die chronisch entzündliche Hauterkrankung betrifft meist das Gesicht und kann im Bereich der Stirn, Nase, Wangen und Kinn auftreten. Ein erhöhtes Risiko haben Personen mit heller Haut. Die Ursachen sind jedoch sehr vielfältig. Vermutet wird unter anderem ein übermäßiger Befall mit der Demodex-Milbe, die als Auslöser für die Entzündungsreaktion diskutiert wird. Weiterhin kann eine Durchblutungsstörung der kleinen Äderchen ein Grund sein und sogenannte Teleangiektasien als Folge auftreten. Dabei staut sich das Blut und ist als erweitertes Äderchen zu sehen. Zudem ist auch eine unspezifische Immunantwort durch die Produktion eines proinflammatorischen Proteins als Ursache denkbar.
Bestimmte Trigger können die Erkrankung beeinflussen und einen Flush – einen Rötungsschub – hervorrufen. Dazu zählen UV-Strahlung, scharfes Essen, Alkohol und Temperaturschwankungen. Die Betroffen beschreiben zusätzlich zu den sichtbaren Symptomen Brennen, Stechen, Hauttrockenheit oder Juckreiz.