IT-Störung bei Trans-o-flex

AEP-Lieferung verspätet sich

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Berlin -

Seit Anfang Juni steht AEP im Fokus vieler Inhaberinnen und Inhaber. Denn mit den starren Konditionen der Großhändler nach der Skonto-Sperre wurde der Hauptlieferant abgewählt – und der Großhändler aus Alzenau konnte mit einem neuen Preismodell punkten. Der Start sei gut verlaufen, so eine Inhaberin, allerdings sei es zu Verspätungen gekommen. Ein anderer Inhaber bricht das Experiment ab, weil allzu viele bestellte Artikel gefehlt haben.

AEP reagierte bislang als einziger Großhändler mit einem neuen Konditionenbaustein auf das Skonto-Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH): Der Großhändler bietet zusätzlich zum gesetzlich erlaubten Großhandelsrabatt von 3,05 Prozent eine „Lastschriftgebühr“. Diese beträgt maximal 0,45 Prozent und hat als Basis den kompletten rabattierten Umsatz ohne Hochpreiser.

Eine Apothekerin aus Rheinland-Pfalz bestellt seit Anfang Juni ihren Hauptumsatz in Alzenau. Der Montag sei reibungslos verlaufen, sagt sie. Doch am Dienstag sie es zu einer erheblichen Verspätung gekommen. Die Wannen seien erst gegen 15 Uhr angekommen, statt wie üblicherweise am Vormittag. „Heute lief es wieder perfekt.“ Da sie über ein größeres Warenlager verfüge, habe die Verspätung keine Auswirkungen gehabt. Kleinere Apotheken könnten dies mitunter nicht so einfach stemmen.

Nächtliche IT-Störung

Die Gründe für die Verspätung liegen nicht bei AEP, sondern beim Logistikdienstleister Trans-o-flex. Mit der neu aufgekommenen Mengenabwicklung habe die Verspätung nichts zu tun, sagt eine Unternehmenssprecherin. Es habe eine nächtliche IT-Störung gegeben, die noch in derselben Nacht behoben worden sei. Wegen des Einsatzes der Mitarbeitenden habe das IT-System gestern seit den frühen Morgenstunden wieder fehlerfrei gearbeitet, sagt sie.

„Das technische Problem, welches die Ursache der Störung war, wurde erfolgreich identifiziert und behoben. Das hat dazu geführt, dass einzelne Zustellfahrzeuge gestern später als gewöhnlich ihre Ausliefertour beginnen konnten.“ Die Mengen an Wannen hätten sich wie erwartet nach oben entwickelt, so die Sprecherin. Details wollte sie nicht nennen.

Nur die Hälfte geliefert

Allerdings scheint es darüber hinaus auch hausgemachte Probleme zu geben: Ein Inhaber aus Mecklenburg-Vorpommern ist ebenfalls gerade zu AEP gewechselt – und zieht jetzt schon die Reißleine. Am Dienstag sei die erste Lieferung gekommen, die Hälfte der bestellten Artikel habe gefehlt. Erst habe er noch gedacht, dass die Packungen am Mittwoch nachgeliefert würden, aber das sei nicht passiert.

„Wenn man mehr als 100 Zeilen hat, scheint AEP überfordert zu sein“, sagt er. Mittlerweile hätten er und sein Team die ersten Kundinnen und Kunden verströsten müssen, daher sei man jetzt dabei, die Aufträge wieder umzubuchen. Dann arbeite man leider ohne Marge, sagt er. Einen Monat oder zwei könne er das durchhalten, aber Spaß habe er daran nicht. Er hofft, dass das Skonto kurzfristig über eine Änderung der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) erlaubt wird.

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