Reimporteure

Abacus will an die Börse

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Berlin -

Der dänische Reimporteur Abacus Medicine strebt an die Börse. Das Unternehmen plant eine Notierung am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse. Abacus ist vor allem auf Hochpreiser spezialisiert.

Abacus will – abhängig vom Börsenumfeld – die Transaktion vor Jahresende abschließen. Der Streubesitz soll bei etwa 50 Prozent liegen. Geplant ist die Ausgabe neuer Aktien mit einem anvisierten Erlös von rund 40 Millionen Euro, darüber hinaus wollen sich Altaktionäre von Aktien trennen. Mehrheitsaktionär ist aktuell die Wagner Family Holding, die auch weiterhin an dem Unternehmen beteiligt bleiben will.

Für Abacus ist Deutschland der größte Absatzmarkt. Das Geld aus dem Börsengang will das Unternehmen für weiteres Wachstum nutzen und den Marktanteil in Europa weiter ausbauen. 2017 erzielte der Reimporteur mit rund 450 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz in Höhe von rund 253,1 Millionen Euro. 59 Prozent davon werden hierzulande erzielt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag insgesamt bei 9,9 Millionen Euro.

Abacus wurde 2004 von Flemming Wagner (CEO) und seinem Vater John Wagner (Medizinischen Direktor) gegründet. Zwei Jahre später wurden erste Apotheken und Kliniken in Dänemark beliefert. 2010 expandierte die Firma erstmals nach Schweden, 2012 gab es erste Lieferungen nach Deutschland. Aktuell werden Arzneimittel in zwölf Ländern vertrieben. Insgesamt hält Abacus rund 2800 Produktlizenzen.

Das Unternehmen liegt hierzulande mit einem Marktanteil von etwa 7 Prozent auf Platz 7 hinter Branchenprimus Kohlpharma sowie Emra, Eurim, CC Pharma, Axicorp und Orifarm. Laut Firmenangaben ist Abacus mit jährlichen Raten von 50 Prozent gemessen am Umsatz das am schnellsten wachsende Unternehmen der Branche. Das dürfte auch am Angebot liegen: Die Firma hat sich auf den Reimport von Hochpreisern wie Chemotherapeutika und Immunsuppressiva spezialisiert.

Zudem erschließt Abacus derzeit zwei neue Geschäftsfelder: Die Tochterfirma Aposave bietet Vergleichspräparate für klinische Studien an und beteiligt sich am Handel mit unlizenzierten Arzneimitteln. Die Anzahl klinischer Studien zur Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte nehme stetig zu. Dies führe zu einer wachsenden Nachfrage nach Vergleichspräparaten für das Testen neuer Therapien im Vergleich mit vorhandenen Produkten.

Für den Ausbau des Unternehmens werde zusätzliches Kapital für Investitionen in neue Lizenzen sowie Märkte benötigt, so Firmenchef Wagner. „Außerdem wollen wir unser bewährtes Geschäftsmodell auf zwei neue, angrenzende Wachstumsfelder mit hohen Margen ausweiten.“

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