Großbritannien

Wettbewerbsaufsicht warnt vor Exklusivvertrieb

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Die britische Wettbewerbsaufsicht OFT warnt in ihrem mit Spannung erwarteten Bericht vor den dramatischen Konsequenzen des Exklusivvertriebsmodells von Pfizer, spricht jedoch keine Empfehlung für ein Verbot aus. Der US-Konzern vertreibt seine Produkte seit März ausschließlich über den Großhändler UniChem; andere Hersteller sind bereits mit ähnlichen Konzepten gestartet. Apotheker, Ärzte und andere Großhändler hatten gegen das Vorgehen protestiert, da sie Wettbewerb, Preisbildung und Versorgungssicherheit in Gefahr sehen.

Diese Bedenken teilt offenbar auch die Wettbewerbsbehörde: Der Untersuchung zufolge besteht ein „erhebliches Risiko, dass solche Vereinbarungen in höheren Kosten für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS, möglicherweise im dreistelligen Millionenbereich, führen können“. Außerdem könnten exklusive Liefervereinbarungen den Service für Apotheken und Patienten beeinträchtigen, beispielsweise durch längere Wartezeiten. Dem OFT zufolge erlaubt der Exklusivvertrieb Herstellern nicht nur, die Preise zu erhöhen, sondern auch die Lieferkette zu kontrollieren. Dadurch fürchtet die Aufsichtsbehörde auf lange Sicht Wettbewerbsverzerrungen.

Trotzdem will die Behörde den Herstellern die Wahl des Vertriebsmodells auch in Zukunft überlassen. Durch Änderungen bei der Preisbildung soll sichergestellt werden, dass das Budget des NHS nicht zusätzlich belastet wird. Außerdem sollen nach Ansicht des OFT Pharmahersteller ein Minimum an Servicestandards garantieren. Wird das Dienstleistungsspektrum eingeschränkt, sollen Preisreduktionen möglich sein. Die Behörde will die Entwicklung weiter beobachten.

Die Untersuchung, an der in den vergangenen Monaten zahlreiche Experten mitgearbeitet hatte, dürfte nicht nur in Großbritannien auf großes Interesse stoßen. Denn mit ihren Exklusivvertriebsmodellen wollen Pfizer & Co. den US-Markt vor preisgünstigen Importen aus ganz Europa abschotten. Auch in Deutschland gehen die Pharmakonzerne Beobachtern zufolge derzeit erneut auf Tuchfühlung. Es bleibt abzuwarten, wie lange die Front der Pharmagroßhändler hierzulande geschlossen bleibt.

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