USA

Weniger PTA, höhere Gehälter

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Berlin -

PTA sind nicht nur in Deutschland begehrt. Auch in den USA werden pharmazeutische Fachkräfte gesucht. Apotheken und Industrie versuchen, Angestellte mit höheren Gehältern zu gewinnen. Angesichts des Engpasses werden fast ein Drittel höhere Löhne bezahlt. Immer mehr Händler sollen sogar eigene Teams gründen, um die offenen PTA-Stellen zu besetzen.

Personaldienstleister warnen vor dem Mangel an PTA in den Staaten: Laut Tom Maez von der kalifornischen Firma Rx Relief gibt es in derzeit zu wenig pharmzeutische Fachkräfte, was zu einem Anstieg der Löhne führt. Der Stundenlohn für Anfänger sei von 14 oder 15 US-Dollar (knapp 13 Euro) auf 18 oder 19 Dollar gestiegen, sagte er gegenüber Drugstorenews. PTA mit Berufserfahrung könnten „Top-Löhne“ von 28 oder 29 Dollar pro Stunde erwarten.

Ein Grund für den Engpass sieht er in den von der Regierung gekürzten Zuschüssen für private Schulen. Viele Ausbildungsanstalten, darunter auch PTA-Schulen, hätten daraufhin geschlossen. „Die Nachfrage ist gestiegen, das Angebot gesunken.“ Um die offenen Stellen zu besetzen, setzten einige Unternehmen auf Zeitarbeiter. PTA würden zunächst befristet eingestellt. „Manche Unternehmen konnten dadurch ihre Mitarbeiterzahl erhöhen.“

Zudem gibt es laut Maez die Tendenz, dass sich Händler selbst professionalisiert auf die Suche nach Fachkräften begeben. Der Dienstleister stellte zuletzt einen Anstieg an Personalsuchern fest, die ausschließlich nach PTA Ausschau hielten. In den USA arbeiten in Apotheken, Kliniken oder bei Pharmaherstellern sogenannte „Pharmacy Technicians“.

Wie PTA geben sie unter der Aufsicht eines Apothekers Arzneimittel ab, arbeiten in der Rezeptur und beraten Kunden. 2016 waren in den USA laut dem Arbeitsministerium rund 403.000 PTA registriert. Die Zahl der Arbeitsplätze wird in den kommenden Jahren zunehmen: Bis 2026 werden dem Ministerium zufolge 12 Prozent mehr PTA benötigt, das Durchschnittswachstum beträgt 7 Prozent.

Ein Grund für die Steigerung sei der erhöhte Bedarf an verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, der wiederum für mehr pharmazeutische Betreuung sorge. Zudem führe die Ausweitung der Dienstleistungen wie Grippeimpfungen durch Pharmazeuten in Apotheken dazu, dass mehr PTA benötigt würden.

Zieht man jene 10 Prozent ab, die in angrenzenden Bereichen tätig sind, gibt es rein rechnerisch in jeder Apotheke etwas mehr als fünf Vertreter. Das deckt sich mit Erhebungen des Apothekerverbands, nach denen vier von zehn Angestellten pro Apotheke dem Beruf angehören. Dazu kommen im Durchschnitt 1,5 Approbierte und – in unabhängigen Apotheken – noch einmal so viele Inhaber. Auf sonstige Mitarbeiter entfallen 3,4 Stellen pro Apotheke. Das Problem: In den USA gibt es keine einheitlichen Kriterien, was die Ausbildung des Pharmacy Technician angeht. Jeder Bundesstaat hat seine eigenen Vorgaben.

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