Beim führenden österreichischen Pharmagroßhändler Herba Chemosan übernimmt das Management alle Anteile. Die Raiffeisenbanken steigen nach vier Jahren als Investor aus.
Vor fünf Jahren hatte der US-Großhändler McKesson sich aus Europa zurückgezogen, den größten Teil des früheren Celesio-Geschäfts übernahm Phoenix für 1,5 Milliarden Euro. In Österreich bekam das Management die Chance, den Großhändler Herba Chemosan zu übernehmen. Gemeinsam mit IAG Invest, einer Beteiligungsgesellschaft der Raiffeisen Invest Private Equity Gruppe, kaufte der Vorstand den Branchenprimus, der auf mehr als 40 Prozent Marktanteil kommt.
Jetzt steigt der Partner aus: Zum 1. April übernimmt der Vorstand auch den 49-prozentigen Anteil des bisherigen Miteigentümers. Damit werden die drei Vorstände Andreas Windischbauer, Andreas Janka und Maximilian von Künsberg Sarre zu Alleineigentümern.
„Mit der Invest AG konnten wir im Jahr 2022 einen schlagkräftigen Partner gewinnen, um das Unternehmen von McKesson zu erwerben. Seither hat sich die Herba als rein österreichisches Unternehmen hervorragend entwickelt. Für diesen Weg war die Invest AG mit ihrer langjährigen Expertise der perfekte Partner“, so Windischbauer.
Man sei immer ein Partner auf Zeit, der Unternehmen dabei unterstütze, eine gesunde Struktur und Finanzierung aufzubauen, so Invest-Vorstandschef Gernot Hofer. „Dies ist uns dank der guten Zusammenarbeit mit dem Management der Herba in den letzten vier Jahren gelungen. Wir wünschen dem Vorstandsteam weiterhin viel Erfolg bei der Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe.“
Herba Chemosan hatte zuletzt mehr als 1,7 Milliarden Euro erlöst, nach Erlösschmälerungen konnten knapp 1,6 Milliarden Euro verbucht werden. Das waren 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen 17,5 Millionen Euro aus anderen Geschäftsbereichen, was leicht unter Vorjahr lag.
Unter dem Strich stand ein Gewinn von 47 Millionen Euro, nach 38 Millionen Euro im Vorjahr. 40 Millionen Euro wurden in die freien Gewinnrücklagen eingestellt, die sich damit auf 71 Millionen summieren. Inklusive des Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 24 Millionen Euro wird ein Bilanzgewinn von 31 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahr: 44 Millionen Euro). Davon gingen 28 Millionen Euro in die Ausschüttung. Im Vorjahr waren es 21 Millionen Euro, 2023 knapp 18 Millionen Euro.
Herba Chemosan war ursprünglich eine Genossenschaft. Zur Jahrtausendwende wollte die Sanacorp die Mehrheit übernehmen, doch dann sorgte der damalige Vorstandschef Wolfang Mähr dafür, dass das Unternehmen stattdessen an Gehe ging. Mähr war danach bei Gehe/Celesio für das Großhandelsgeschäft verantwortlich und später für Walgreens Boots Alliance (WBA) tätig. Heute ist er Aufsichtsratschef bei Alliance Healthcare Deutschland (AHD).
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