Frankreich

Honorarreform: Alterszuschlag für Apotheken Tobias Lau, 13.04.2018 13:34 Uhr

Berlin - In Frankreich wird seit Jahresbeginn ein neues Honorarsystem für Apotheken umgesetzt. Dem französischen Apothekerverband USPO zufolge ist die Reform „ein bedeutender Wendepunkt für den Beruf“: Sie soll die Pharmazeuten unabhängiger von den Preisen der abgegebenen Medikamente machen und sie wirtschaftlich stärken. Ganz so sicher kann sich der Verband aber nicht sein, es wurden nämlich zwei Hintertüren eingebaut.

„2018 wird ein Jahr des Umbruchs für die Apotheken“, hat USPO-Präsident Gilles Bonnefond zu Jahresbeginn angekündigt. Es sei „Zeit, den Apotheken einen neuen wirtschaftlichen Elan zu bieten und neue Perspektiven zu eröffnen“. Die Reform geht zurück auf den sogenannten Änderungsantrag Nr. 11 zum Arzneimittelabkommen, den die Apotheker im Juli vergangenen Jahres mit dem Krankenkassenverband UNCAM unterzeichnet hatten. Umgesetzt wird das neue Honorarsystem jedoch nicht auf einen Schlag, sondern in mehreren Schritten bis zum Jahr 2020.

Ziel der Reform ist es, die Apotheken weniger abhängig von Medikamentenpreisen zu machen, um die Auswirkungen von zu erwartenden Preissenkungen für Arzneimittel auszugleichen. Dazu wurde zuallererst das System von Fix- und Festzuschlägen geändert. Bisher erhalten Apotheker in Frankreich pro abgegebener Packung einen Fixzuschlag von 1 Euro plus einem Festzuschlag, der nach Höhe des Preises gestaffelt ist. Der Fixzuschlag bleibt, Staffelung und Höhe der Festzuschläge ändern sich hingegen: Bis 1,91 Euro beträgt er seit Jahresbeginn 10 Prozent des Medikamentenpreises – bis vergangenes Jahr gab es das nicht.

In den Preisklassen darüber sinkt die Höhe im Verhältnis zum Arzneimittelpreis dann: Betrug er 2017 noch 25,5 Prozent für Medikamente bis 22,90 Euro, liegt er dieses Jahr bei 21,4 Prozent und sinkt bis 2020 sukzessive auf 7 Prozent. Das Gleiche gilt für Medikamente bis 150 Euro, hier sinkt der Zuschuss von 8,5 auf 5,5 Prozent. Die darüber liegende Preisklasse wird bis 2020 schrittweise angehoben, von 1500 auf 1930 Euro. Hier sinkt der Festzuschlag ab 2020 von 6 auf 5 Prozent. Für Medikamente jenseits dieser Preisklasse gibt es keinen Festzuschlag mehr.

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