Bundestag berät im Januar

Nouripour offen für allgemeine Corona-Impfpflicht

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Berlin -

Omid Nouripour, Bewerber für den Parteivorsitz der Grünen, hat sich offen für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus gezeigt. „Vor zwei Monaten wäre ich noch gegen eine Impfpflicht gewesen, weil ich dachte, das würde zu einer Radikalisierung führen. Das sehe ich inzwischen anders“, sagte Nouripour den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Belastung für die Mehrheit, die sich an alle Regeln hält und auch geimpft ist, wiegt schwerer.“

Voraussetzung für eine Impfpflicht sei, dass es genügend Angebote gebe und verfassungsrechtlich nichts dagegen spreche. Mehr als 80 Prozent der Bürger seien bereit, sich impfen zu lassen. Eine Kerngruppe von „Querdenkern“ radikalisiere sich zwar zunehmend, sei aber nicht besonders groß. „Das ist keine Spaltung der Gesellschaft“, sagte Nouripour. „Man muss reden und versuchen, an die Leute ranzukommen, die bereit sind, sich überzeugen zu lassen. Viele haben Fragen. Die lassen sich beantworten, aber das muss man halt auch machen.“

Der Ethikrat hatte sich vor Weihnachten dafür ausgesprochen, die schon für Beschäftigte in Kliniken oder Pflegeheimen beschlossene Impfpflicht auf „wesentliche Teile der Bevölkerung“ auszuweiten. Der Bundestag will im Januar darüber beraten, wie ein solche allgemeine Impfpflicht ausgestaltet werden könnte.

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