„Ich kann nicht bessere Qualität einfordern und weniger bezahlen“

, Uhr

Berlin - In Apotheken wird angesichts der angekündigten Kürzungen des Testhonorars kalkuliert: Lohnt sich das Angebot überhaupt noch? Die Inzidenzwerte sinken ohnehin, dadurch werden Testnachweise weniger stark eingefordert als bislang. Viele Inhaber:innen wägen derzeit ab, wie es für sie und ihr Team künftig weiter geht.

Zahlreiche Apotheken haben in den vergangenen Monaten mit viel Engagement Testzentren eröffnet. Die Vergütung für Bürgertestungen soll jetzt zeitnah gekürzt werden – im Raum steht ein Betrag von unter 10 Euro. Zudem soll in Corona-Schnellteststellen nach mutmaßlichem Betrug strenger kontrolliert werden. Für viele Inhaber:innen stellt sich damit die Frage, ob sich Aufwand und Mehrarbeit noch rentieren.

Apotheker Matthias Bußmann aus Ahlen bietet mehrere Anlaufstellen für Schnelltests an, darunter Drive-Thru-Zentren und mobile Teststellen. Der Weiterbetrieb ist für ihn eine Frage der tatsächlichen Höhe der Honorarkürzung: „Das hängt davon ab, wieviel gesenkt wird. Wir arbeiten sehr erfolgreich mit den Tests von Roche, die eben nicht für 2 bis 4 Euro einzukaufen sind.“ Auch die 12 Euro für den Abstrich seien nicht gerade großzügig kalkuliert. „Wenn ich die Qualität, die meinem Anspruch gerecht wird, nicht mehr bieten kann, werden wir wohl einstellen müssen.“

Das Signal der Politik sei ein völlig falsches, kritisiert er. „Ich kann nicht bessere Qualität einfordern und gleichzeitig weniger bezahlen.“ Dieses Handeln vertreibe die guten Anbieter vom Markt und öffne gerade Missbrauch „Tür und Tor“. Zudem seien die Apotheken ein wichtiger Anbieter und in manchen Regionen der einzige vor Ort: „Wir machen in unserer Heimatstadt weit mehr als die Hälfte aller Testungen. Inklusive Pool-Lollitestungen in Kitas. Wenn wir dicht machen, hat Ahlen keine Teststrukturen mehr“, warnt er.

Apothekerin Mona Farhang ist von der angekündigten Honorar-Kürzung nicht überrascht. „Dass die Regierung eine Kürzung des Honorars der Tests vornimmt, war abzusehen und bei den Masken ja auch nicht anders“, sagt die Inhaberin der City Apotheke in Ratingen. Für sie steht jedoch fest: „Ich werde definitiv die Testzentren weiterbetrieben, da ich der Meinung bin, dass die Teststrategie uns noch lange begleiten wird.“ Diese Dienstleistung hebe die Vor-Ort-Apotheken außerdem vom Online-Handel hervor. „Wir müssen einfach die Zeit aktuell nutzen, um uns als Vor-Ort-Apotheke in den Vordergrund zu stellen.“

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Weiteres
Zwischenblutungen und unregelmäßige Menstruation
Beeinflusst die Covid-Impfung den weiblichen Zyklus?»
Öffnungszeiten und beschäftigte Mitarbeiter
Corona-Tests: Neue Dokumentationspflichten»
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»
Apotheker enttäuscht über Entschädigung
PTA muss 11.400 Euro an Ex-Chef zahlen»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»