Risikogruppen schützen

Hausärzte empfehlen keine Tests in Apotheken Alexandra Negt, 26.10.2020 08:02 Uhr

Berlin - In der vergangenen Woche forderten die Hausärzte in Bayern angesichts steigender Infektionszahlen und Nachfragen nach Corona-Tests mehr Unterstützung. Eine Testung in Apotheken stelle jedoch keine adäquate Lösung dar. Nicht, dass die Ärzte den Apothekern die Durchführung nicht zutrauen, doch auch hier müssten Risikogruppen bestmöglich geschützt werden. Laut dem Landesvorsitzenden Dr. Markus Beier müssten die Entlastungen eher bürokratischer Natur sein. 

„Es müssen umgehend Maßnahmen greifen, die uns in der Praxis entlasten“, teilte der Bayerische Hausärzteverband vergangenen Donnerstag mit. Gerade weil die Hausarztpraxis oft die erste Anlaufstelle sei, ergebe sich eine Mehrfachbelastung. Verbandschef Dr. Markus Beier stellt hierbei klar, dass die reine Durchführung des Tests nicht das Problem sei – dieser würde nur einen kurzen Moment dauern. Viel schwieriger sei die Bewältigung der Bürokratie. „Ich will gar keine Konkurrenz zwischen Ärzten und Apothekern schüren. Ich denke es ist aktuell einfach nicht nötig und epidemiologisch wenig sinnvoll, die Testungen auf Apotheken auszuweiten. Wenn wir von Entlastung sprechen, dann meinen wir vor allem bürokratische Entlastungen.“

Die neue Teststrategie sieht vor, dass mehr Personen als bisher mittels PCR-Test, aber vor allem auch mittels Antigen-Schnelltest auf Sars-CoV-2 getestet werden sollen. Hierbei sei vor allem die Abrechnung das Problem: „Aktuell gibt es fünf oder sechs verschiedene Abrechnungswege für die Arztpraxen. Um die Praxen zu Entlastung sollte es ein allgemeingültiges Formular geben. Selbst routinierte Teams benötigen für die Nacharbeit trotz Arbeitsteilung um die zehn Minuten.“ Ständig kämen neue Regeln hinzu. Der Frust in einigen Praxen sei groß, denn der normale Praxisalltag muss ebenfalls weiterlaufen.

Das gleiche gelte auch für die Apotheken. Somit spricht sich der Bayrische Hausärzteverband gegen eine Testung in der Offizin aus: „Ich würde nicht empfehlen, Abstriche in Apotheken durchzuführen. Auch hier gehen Risikogruppen täglich ein und aus. Diese müssen vor einer Infektion geschützt werden. Sicherlich haben große Apotheken die Möglichkeit, die Testungen in abgegrenzten Räumen durchzuführen, das gilt aber nicht für alle.“ Für die Hausärzte wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Leitlinien und Handlungsanweisungen ausgearbeitet, so dass Corona-Tests sicher durchgeführt werden können. „Die Arztpraxen versuchen, durch eigene Abstrich-Sprechstunden die anderen Patienten zu schützen. Einige Praxen gehen sogar noch einen Schritt weiter und spalten die Zeiten für Abstriche noch weiter auf, sodass symptomatische und asymptomatische Patienten getrennt voneinander getestet werden.“

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