Fokus auf Schleimhautimmunität

Covid-19: Uni Bern entwickelt verbesserten Vektorimpfstoff

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Berlin -

Neben der neuen mRNA-Technologie werden im Kampf gegen Covid-19 vor allem Vektorimpfstoffe eingesetzt. Die Uni Bern arbeitet aktuell an einem verbesserten Vektorimpfstoff, welcher aufgrund eines speziellen Proteins möglicherweise mit nur einer Dosis schützen könnte. Im Tiermodell zeigte der Kandidat vielversprechende Ergebnisse. Nun soll er weiterentwickelt werden.

Die Vektorimpfstoffe galten lange Zeit als „Vakzine zweiter Klasse“. Auch die Meldungen über verschiedenste Nebenwirkungen sorgten zunehmend für ein schlechtes Image. Für das Team der Uni Bern war dies jedoch kein Grund, mit der Forschung an selbigen aufzuhören. Denn die Gruppe am Institut für Virologie und Immunologie (IVI) sieht großes Potenzial in der Technologie.

Als Basis für ihren Kandidaten dient das Vesikuläre Stomatitis-Virus (VSV). In den USA und Israel wurde ebenfalls an einem solchen Impfstoff geforscht, allerdings konnte nach den präklinischen Tests an menschlichen Versuchspersonen keine ausreichende Immunantwort ausgelöst werden. Die Weiterentwicklung wurde daher abgebrochen.

Bestimmtes Protein liefert verbesserte Eigenschaften

Doch die Forscher:innen aus Bern nahmen sich dem Kandidaten erneut an und versuchten ihn zu verbessern. Schließlich hatte er im Tiermodell vielversprechende Wirkungen zeigen können. Nun gelang es dem Team um Gert Zimmer und Charaf Benarafa, einen Kandidaten auf Basis eines VSV-Vektors mit verbesserten Eigenschaften zu entwickeln.

Das Besondere scheint die Verknüpfung mit einem speziellen Protein zu sein: Enthält der virale Vektor das Glykoprotein G des VSV, waren die immunisierten Mäuse vor einer nasalen Infektion mit einer tödlichen Dosis Sars-CoV-2 nach nur einer Dosis vollständig geschützt. Teilweise galt dies auch für die Delta-Variante.

Fokus soll künftig auf Schleimhautimmunität liegen

Die neue Formulierung soll nun in klinischen Studien an Freiwilligen auf Sicherheit und Wirksamkeit untersucht werden. „In der vorliegenden Arbeit wurde der Impfstoff auf der Basis des VSV-Vektors intramuskulär verabreicht, was die Mäuse vor einer schweren Erkrankung schützte, die Virusreplikation in den Atemwegen jedoch nicht vollständig verhinderte“, erklärt Gert Zimmer, Arbeitsgruppenleiter in der Abteilung Virologie. „Das ist nicht so überraschend, weil die intramuskuläre Impfung für gewöhnlich keine ausreichende Schleimhautimmunität hervorruft. Nur die Induktion einer lokalen Immunreaktion wird dazu beitragen, Sars-CoV-2 am Ort der primären Replikation zu blockieren und damit die Übertragung des Virus zu verhindern“. Die Forschung soll sich daher künftig vor allem auf die Schleimhautimmunität fokussieren.

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