Corona: In China explodieren die Infektionszahlen | APOTHEKE ADHOC
Nach Null-Covid-Politik drohen neue Varianten

Corona: In China explodieren die Infektionszahlen

, Uhr
Berlin -

Nachdem Proteste gegen die Null-Covid-Strategie in China immer lauter wurden, lockerte die Regierung kürzlich die Maßnahmen. Der Staatsrat verkündete Erleichterungen für Quarantäne, PCR-Tests und Lockdowns. Folge: Das Land wird derzeit von einer heftige Infektionswelle überrollt. Schätzungen zufolge erkranken täglich eine Million Menschen an Covid-19.

In dem bevölkerungsreichsten Land wurden am 7. Dezember nach fast drei Jahren harter Null-Covid-Politik schlagartig die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie gelockert. Lockdowns, Zwangsquarantäne, Massentests und Kontaktverfolgung: Das alles spielt aktuell nicht mehr die große Rolle. Begründet wurde der Kurswechsel mit dem milderen Verlauf der derzeit vorherrschenden Omikron-Variante.

Infizierte liegen auf den Fluren

Das hat fatale Folgen für das chinesische Gesundheitssystem. Die Regierung richtete bereits Fieberkliniken und Notkrankenhäuser ein. Trotzdem kann die Menge an Neuinfizierten nicht behandelt werden. Laut Berichten aus chinesischen Medien drängen sich die Erkrankten bereits in Fluren oder Vorräumen der Krankenhäuser, es mangelt zudem an Betten und Personal. Nach einem französischen Medienbericht haben die Behörden wegen der explodierenden Corona-Fallzahlen die Ausfuhr insbesondere von Paracetamol und Ibuprofen untersagt.

Mutationen sehr wahrscheinlich

Was vielen Expert:innen Sorge bereitet, sind zudem die hohen Mutationschancen des Virus. Im schlimmsten Fall wären die neuen Varianten gefährlicher für den Menschen. Die chinesischen Gesundheitsbehörden kündigten eine Strategie zur Überwachung an und wollen die die Entwicklung des Virus in Echtzeit abbilden:

  • Alle Provinzen müssen drei Krankenhäuser in jeweils drei Städten auswählen.
  • Jede Woche sollen Proben von 15 Infektionen, 10 schweren Erkrankungen und allen Toten gesammelt werden.

So lautet ein Bericht des Direktors des Virusinstituts des nationalen Gesundheitsamtes, Xu Wenbo, nach Angaben von Staatsmedien vom Freitag.

Impfungen müssen schnell erfolgen

Expert:innen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) appellieren an China, schnellstmöglich die Impfquote zu erhöhen. Ältere Menschen und Risikogruppen seien oft nicht ausreichend geschützt. Ein Anfang ist zumindest für in China lebende Deutsche gemacht: Die Bundesregierung hat eine erste Lieferung Corona-Impfstoff des Herstellers Biontech nach China geschickt. Zunächst könnten nur die rund 20.000 in der Volksrepublik lebenden Deutschen damit geimpft werden, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. In China sind derzeit keine westlichen mRNA-Impfstoffe zugelassen trotz der Erkenntnis aus einigen Studien, dass die Wirksamkeit der lokalen chinesischen Impfstoffe nicht so effektiv ist wie die der westlichen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Tomannweg statt „Macherei“
Noventi will Headquarter aufgeben»
Überschuss stabil, Dividende konstant
Apobank: Existenzgründungen auf Rekordniveau»
Mehr Geld für Ärzte und Therapeuten
Energiezuschuss für Praxen»
Laxantien zerstören Darmflora
Demenzrisiko durch Abführmittel?»
Hype um Pilz aus „The Last of Us“
Cordyceps: Apokalypse durch Pilz-Mutation?»
Lippenpflege im Winter
Öle gegen spröde Lippen»
Schlüsselrolle bei wichtigen Stoffwechselfunktionen
Hautvitamin B2: Vorstufe von Coenzymen»