Zurückgeschickte Rezepte: Der Ärger mit den Hash-Codes

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Berlin - Seit gut vier Monaten müssen Cannabis- und Substitutionsrezepte mit Hash-Codes versehen werden. Doch viele Apotheken haben nach wie vor Probleme mit der Erstellung des 40-stelligen Zahlenfolge, denn die hat zahlreiche Fallstricke. Die Abrechnungszentren schicken daher immer wieder Rezepte zurück, die dann neu erstellt werden müssen. Schon die Fehlersuche gestaltet sich dabei oft schwierig, berichtet ein Apotheker aus Baden-Württemberg. Und die Rechenzentren? Die haben offenbar so viel mit den Anfragen frustrierter Apotheker zu tun, dass sie selbst kaum helfen können.

40 Ziffern frustrieren gerade viele Apotheker. Vermeintlich kleine Fehler bei den Hash-Codes führen nämlich dazu, dass ausgestellte Rezepte vom Rechenzentrum zurückgeschickt werden – und dann eine Menge Arbeit verursachen. „Wir haben die Dronabinol-Rezepte vom Juli zurückgeschickt bekommen, versucht, die Fehler zu beheben, wieder eingereicht und sie dann wieder zurückbekommen“, klagt beispielsweise Inhaber Dr. Joachim Sabieraj von der Leinsbach Apotheke in Eningen bei Reutlingen. So gehe es seitdem: Auch aus dem August seien die Rezepte nicht abgerechnet worden. „Und dass die Rezepte vom September zurückkommen, wissen wir auch schon.“

Warum genau das so ist, musste er selbst erst herausfinden. Und das war eine Menge Arbeit. „Erst einmal herauszufinden, an welcher Formalie es liegt, ist schon sehr schwer“, sagt Sabieraj. „Da kommt dann vom Rechenzentrum eine Allgemeinübersicht, aus der aber gar nicht hervorgeht, was genau an den von mir eingereichten Rezepten falsch ist. Ich habe einen halben Tag damit verbracht zu versuchen, es selbst zu regeln und bin allein nicht weitergekommen.“ Doch auch Hilfe zu finden, sei alles andere als leicht gewesen: Beim Anbieter seiner Warenwirtschaft wie beim Rechenzentrum gleichermaßen sei es schwer gewesen, die Zuständigen überhaupt zu erreichen. „Es ist extrem schwer, bei den Hotlines durchzukommen, man hängt ständig in Warteschleifen.“

Denn, so sei ihm dann später von beiden Seiten mitgeteilt worden, das Problem der zurückgesendeten Rezepte bringe auch die dortigen Fachleute gerade an ihre Grenzen. Die Rückmeldungen von Apothekern seien zahlreich, die Probleme oft nur schwer auszumachen. „Da herrscht wohl große Not, weil sehr viele Bedruckungen nicht stimmen“, sagt er.

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