Apothekenteams zu 81 Prozent dreifach geimpft

Trotz hoher Booster-Quote: Sorge vor Personalengpässen wächst

, Uhr
Berlin -

Die Omikron-Welle rollt durch Deutschland: Je höher die Infektionszahlen, desto mehr Menschen werden auch als Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt. In den Apothekenteams wächst die Sorge vor Personalengpässen – und dies trotz hoher Booster-Quoten.

Mit dem Anstieg der Infektionszahlen wächst seit einigen Wochen die Sorge vor einem Zusammenbruch der kritischen Infrastruktur. Wichtigster Schutz vor größeren Personalausfällen im medizinischen Bereich ist laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine möglichst hohe Booster-Quote in Arztpraxen, Kliniken und Apotheken. Und tatsächlich sind mittlerweile 81 Prozent der Mitarbeiter:innen in den Apotheken dreifach geimpft, wie eine aktuelle Befragung von aposcope zeigt. Weitere 9 Prozent wollen sich demnach noch boostern lassen.

Grund zur Entwarnung gibt es trotzdem nicht. Zwar gab nur eine Minderheit von 15 Prozent an, dass es aktuell in ihrer Apotheke Verdachtsfälle oder bestätigte Infektionen gibt. Und auch gestiegene Krankmeldungen in der Belegschaft bestätigen nur noch 39 Prozent im Vergleich zu 55 Prozent Ende des Jahres. Doch die Sorge vor einem Personalmangel aufgrund von Quarantäne/Isolation unter den Angestellten und ihren Familien ist groß: 59 Prozent der Befragten rechnen damit, dass es dazu kommt, unter den Inhaber:innen sind es sogar 69 Prozent.

Entsprechend positiv findet die Mehrheit der Befragten (76 Prozent) die neuen Regelungen, nach denen mit Vorlage eines negativen PCR- oder Schnelltests die Quarantäne/Isolation von Kontaktpersonen und Infizierten auf sieben Tage beziehungsweise fünf Tage bei Kindern verkürzt werden kann. Dass es gar keine Quarantäne für Kontaktpersonen gibt, die geboostert oder frisch geimpft beziehungsweise genesen (bis drei Monate) sind, befürworten dagegen nur 45 Prozent. Denn gerade Geimpfte wiegen sich in Sicherheit und halten sich nicht mehr an die Schutzmaßnahmen, so 60 Prozent der Befragten.

Nach wie vor ist die Sorge groß: 77 Prozent fürchten, dass sich das Coronavirus in den kommenden Wochen weiter massiv ausbreiten wird. 45 Prozent haben selbst Angst vor einer Infektion. Jede:r zweite Befragte fürchtet, dass noch viele Menschen an einer Infektion sterben werden – zuletzt hatte dieser Wert allerdings noch bei 67 Prozent gelegen. Ein Drittel findet, dass ein Ende der Pandemie in Sicht ist, das sind doppelt so viele Befragte im Vergleich zur Befragung im Dezember.

Die bundesweite 2G-Plus-Regelung in der Gastronomie, geboosterte Personen ausgenommen, finden 65 Prozent gut, die Kontaktbeschränkungen für private Treffen 74 Prozent. Einen Lockdown würden 42 Prozent befürworten, eine allgemeine Impfpflicht 68 Prozent. Das Krisenmanagement der Bundesregierung finden nur noch 27 Prozent der Befragten gut – im Dezember 2021 waren es noch 32 Prozent.

An der Befragung von aposcope nahmen am 11. und 12. Januar insgesamt 301 verifzierte Apotheker:innen und PTA teil.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»