Inhaberin zieht nebenan ein

Historische Apotheke: Investor plant Abriss

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Berlin -

Das historische Gebäude der Schlachtensee-Apotheke in Berlin wird abgerissen. Nachdem der erste Schock über die Nachricht verdaut ist, schaut Inhaberin Dr. Jutta Wenger nach vorn. Denn der Betrieb geht weiter – die Apothekerin plant mit ihrem Team derzeit den Umzug.

Die Schlachtensee-Apotheke befindet sich in einem alten Holzhaus aus dem Jahr 1927 – im Villenviertel des Berliner Ortsteils Schlachtensee gelegen, sticht das Gebäude deutlich hervor. Die Apotheke darin gehört seit Jahrzehnten zum Stadtbild. 2011 übernahm Wenger die Apotheke samt Filiale, nachdem sie diese mehrere Jahre geleitet hatte. Als vor zwei Jahren klar war, dass die Erbengemeinschaft das Grundstück an einen Investor verkauft habe und das Haus abgerissen werde, sei der Schock groß gewesen, sagt die Apothekerin.

Erben verkauften Apotheken-Grundstück

Ein Vorstoß, die „schöne, kleine Hütte“, wie Wenger das Haus nennt, unter Denkmalschutz zu stellen, scheiterte an einem Umbau in den 1960er Jahren. Damals seien Fassade sowie die Fenster erneuert worden. Auch wenn der hintere Bereich noch im Originalzustand sei, reiche dies nicht aus, das Gebäude zu erhalten. Der Verkauf sei absehbar gewesen.

Das rund 1000 Quadratmeter große Grundstück mitten im Berliner Nobelstadtteil Steglitz-Zehlendorf liegt nur wenige hundert Meter vom Schlachtensee entfernt. „Das Grundstück ist völlig unterbaut“, sagt die Apothekerin. Für den Ortsteil werde für Bauland bis zu 2500 Euro pro Quadratmeter gezahlt. „Das weckt Begehrlichkeiten.“ Die Immobiliengesellschaft, die vornehmlich für exklusive und luxuriöse Wohnungen und Häuser wirbt, soll einem Medienbericht zufolge ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage planen.

Neuanfang geplant

Wenger bekam von ihrem Vermieter das Angebot, in ein Nachbargebäude umziehen zu können. Im Mai und Juni soll es so weit sein. Die Kundschaft müsse sich kaum umorientieren. Die Apothekerin und ihr Team sind derzeit mit der Einrichtung des neuen Objekts in einem Altbau und dem Ausräumen der alten Räume beschäftigt. Den historischen Bezug will sie bewahren und kaufte eine Sichtwahl aus dem Jahr 1903. Passend dazu ließ sie HV-Tische anfertigen.

„Wir machen es uns in den Räumen mit den vier Meter hohen Decken schön“, ist sie überzeugt. „Es ist traurig, dass das Holzhaus abgerissen wird, aber was soll man machen. Wandel gehört dazu.“ Sie ist froh, direkt nebenan weitermachen zu können. „Ich bin noch nicht schuldenfrei. Meine Existenz hängt an der Apotheke.“

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