Das sind die jungen, digitalen Wilden | APOTHEKE ADHOC
Kammervorstand Baden-Württemberg

Das sind die jungen, digitalen Wilden

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Berlin -

Die Kammer in Baden-Württemberg hat nicht nur einen neuen Präsidenten. In den Vorstand wurden auch mehrere Apotheker einer neuen Generation gewählt. Hier erklären die „jungen Wilden“ um Dr. Björn Schittenhelm die dringendsten Themen und warum sie standespolitisch aktiv sind.

Schittenhelm wurde in den vergangenen Monaten in der Apothekerschaft wegen seiner Testzentren und Impfaktionen zur Bekanntheit. Er inspirierte viele Kollegen, in der Corona-Pandemie ähnliche Konzepte auf die Beine zu stellen. Jetzt wird er auch standespolitisch aktiv. Der Inhaber der Alamannen Apotheke in Holzgerlingen freut sich über den Zuspruch der Wähler: „Ich bin bei meiner ersten Kandidatur mit den meisten Stimmen in meinem Bezirk in die Vertreterversammlung und dann direkt mit den zweit meisten Stimmen in den Vorstand.“

Die Unterstützung bestärke ihn, die neue Aufgabe im Vostand „mutig anzugehen“. Ob das Amt der erste Schritt hin zum künftigen Abda-Präsidenten ist, lässt er offen. „Wir haben auch einen neuen Präsidenten gewählt und bei der Abda ist das Amt ja auch erst frisch besetzt. Ich denke mit diesem Team lässt sich die Zukunft sehr gut gestalten. Was dann in ein paar Jahren kommt wird die Zeit noch zeigen.“ Zunächst will er sich für „verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik“ für die Apotheken einsetzen. Zudem müsse die Apotheke der Zukunft „mit Sicherheit in all ihren Prozessen noch digitaler“ sein. Allerdings müsse dabei „die Empathie, die wir Tag täglich am HV unseren Patienten entgegen bringen, in die digitale Welt“ transformiert werden. Dadurch könne auch Online der Mehrwert der Vor-Ort-Apotheken unterstrichen werden.

Neu im Kammervorstand ist auch Apotheker Philipp Wälde. Der Inhaber der Göppinger Bless you.Apotheken will die „interdisziplinäre Zusammenarbeit analog angelsächsischen Vorbilds“ stärker in die Öffentlichkeit bringen. In den nächsten fünf bis zehn Jahren erwartet er, dass Apotheken als logische Konsequenz dadurch in die Verantwortung bei der Therapieentscheidung genommen werden.

Neu in der Standespolitik in Baden-Württemberg ist auch Tatjana Buck von der Vital-Apotheke in Bad Saulgau. „Ich liebe es, Apothekerin zu sein. Das treibt mich an, motiviert mich. Aber in den Zeiten des Wandels und der ständig neuen Herausforderungen reicht das allein nicht aus. Es gilt: nicht nur reden, sondern auch zukunftsorientiert handeln. Und das benötigt aktives Engagement“, erklärt sie ihre Beweggründe, dem Vorstand beizutreten. Ihr liegen besonders die Themen Aus- und Fortbildung am Herzen. „Fortbildungen können uns Apotheker in zukunftsorientiertem Handeln extrem unterstützen, in dem sie uns praxisnahe Umsetzungshilfestellungen zur Digitalisierung und Kommunikation geben. Mein Ziel: Pharmazeutische Kompetenz in modernem Kontext.“

Philipp Böhmer aus der Westend Apotheke in Stuttgart sieht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda: „Mir ein sehr wichtiges Anliegen, dass die Auswirkung für die Praxis, die durch die anstehenden Änderungen wie Digitalisierung, E-Rezept und pharmazeutische Dienstleistung fürs uns entstehen, in der Entscheidungsfindung an vorderster Stelle gestellt werden“, sagt das neue Vorstandsmitglied. Wenn Änderungen oder Neuerungen auf dem Papier sinnvoll klängen, aber in der Praxis nicht anwendbar seien, bringe das keinem etwas.

Auch Friederike Uhl ist neu im Vorstand. Politisch tätig sein, heißt für sei, „Zukunftsaufgaben aktiv“ zu bearbeiten und zu lösen. „Ich möchte das standespolitische Feld nicht anderen überlassen. Anderen, die keine Apotheker sind! Wir Apothekerinnen und Apotheker mit den unterschiedlichsten Aufgabengebieten können so echten Einfluss nehmen.“ Auch sie sieht die Digitalisierung als wichtiges Thema, genauso wie Versandhandelskonkurrenz und anspruchsvollere Kunden. „Ich will diese anspruchsvollen Kunden selbstbewusst, modern und gut aus- und fortgebildet bedienen können. Wir haben schon die Kompetenz, unsere selbstverständlichen und zusätzlichen Dienstleistungen in dieser niederschwelligen Anlaufstelle –Apotheke –anzubieten. Das muss wieder bekannt und geschätzt werden. In einer Gesellschaft, die schnelllebiger geworden ist und hochwertige Beratung erwartet.“

Der neue Kammerpräsident, Dr. Martin Braun, ist bei der Schwabe-Gruppe als Produktionsleiter tätig. Er folgte auf Dr. Günter Hanke an, der nicht mehr kandidierte. Als Vize wurde die angestellte Apothekerin Silke Laubscher im Amt bestätigt.

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