Daiichi lässt Apotheker sitzen

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Berlin -

Es sind nur drei Euro, Dr. Andreas Hermening ärgert sich trotzdem. Der Inhaber der Dornbusch-Apotheke in Frankfurt hatte sich auf die Festbetragsanpassung zum 1. September vorbereitet. Dass auch der Preis für Lixiana (Edoxaban) reduziert würde, wusste er nicht. Als er den Lagerwertverlust gegenüber dem Hersteller Daiichi Sankyo geltend machen wollte, kassierte er eine Abfuhr. Er findet das Verhalten der Originalhersteller gegenüber den Apotheken unmöglich.

Hermening hatte in der Nacht zum 1. September zwei Packungen Lixiana à 60 mg an Lager, die er für 198,93 Euro eingekauft hatte. Seit dem Monatsbeginn kostet das Präparat nur noch 195,80 Euro. Da auch der Abgabepreis gesunken ist, liegt sein Verlust demnach bei zweimal drei Euro.

„Es ist kein großer Betrag“, räumt Hermening ein. „Mir geht es aber um dass Prinzip.“ Also beantragte er die Übernahme des Lagerwertverlustes beim Hersteller. Die Rückmeldung war für ihn mehr als unbefriedigend: „Wir nehmen keinen Ausgleich vor“, hieß es in der Mail von Daiichi. Die Antwort sei kurz und lapidar gewesen, kritisiert der Apotheker. „Fand ich dreist.“ Denn von einem Kundenservice erhoffe er sich etwas anderes. „Vielen Dank für gar nichts“, schrieb er zurück.

Nicht alle Hersteller seien so, sagt Hermening. Aus dem Apothekenalltag sei bekannt, dass Generikahersteller bei diesem Thema ganz anders reagierten. Sie seien sehr kulant und interessiert an einer guten Zusammenarbeit. Auch die Erreichbarkeit sei immer wieder eine Herausforderung: „Bei den Originalherstellern ist es immer besetzt“, sagt er. „Und Faxe kommen häufig auch nicht durch.“

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