Corona-Warn-App kann jetzt Apotheken sperren

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Berlin -

Die Corona-Warn-App (CWA) kann nun digitale Impfzertifikate von bestimmten Apotheken zurückrufen und in der App als ungültig kennzeichnen. Damit will das Entwicklerteam nach eigenen Angaben auf Apotheken reagieren, die gefälschte Impfzertifikate herausgegeben haben.

Das Projektteam aus Robert Koch-Institut, Deutscher Telekom und SAP reagiert auf die Skandale rund um gefälschte Impfzertifikate, die mutmaßlich in Apotheken ausgestellt wurden. Am Montag veröffentlichte es einen sogenannten Hotfix, die Erweiterung der App auf Version 2.13 (2.13.3 bei Android beziehungsweise 2.13.2 bei iOS). Damit könne die App nun die Kennung aller Zertifikate kontrollieren und prüfen, ob sie von einer entsprechenden Apotheke ausgestellt wurden. Ist das der Fall, werden sie als ungültig dargestellt.

Allerdings erfolge die Überprüfung der Zertifikate nur auf den jeweils eigenen Smartphones der Nutzer:innen, versichern die Entwickler. Bei der Kontrolle mit der CovPassCheck-App werde ein zurückgerufenes Zertifikat dann dementsprechend als ungültig angezeigt. Allerdings kann die App aufgrund des grundlegenden Aufbaus der Impfzertifikate-Infrastruktur keine einzelnen Zertifikate sperren, sondern nur ganze Apotheken. Eine Sperrung betreffe deshalb ausnahmslos alle Nutzer:innen, die ein Zertifikat aus der entsprechenden Apotheke bekommen haben – auch, wenn ihr eigenes Zertifikat gültig und echt ist.

Das Entwicklerkonsortium reagiert damit auf mehrere Fälle in der jüngsten Vergangenheit, bei denen Apotheken falsche Impfzertifikate ausgestellt haben. So führte die Polizei Ende Oktober eine Razzia in einer Münchner Apotheke durch, nachdem bekannt wurde, dass eine dort beschäftigte PTA wohl zusammen mit Komplizen hunderte Impfzertifikate ausgestellt und zum Preis von 350 Euro pro Stück verkauft haben soll.

Der Inhaber stand daraufhin vor ebenjenem Problem: „Der DAV kann die Falschen nicht deaktivieren, so dass wahrscheinlich alle von uns erstellten Zertifikate deaktiviert werden müssen“, erklärte er. Er wisse gar nicht, wie er seine Kunden informieren soll. Monatlich seien über die Apotheke zwischen 500 und 700 digitale Nachweise erstellt worden.

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