Berlin/Schleswig-Holstein: Grippeimpfungen in Apotheken starten

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Berlin -

In immer mehr Apotheken sollen Patient:innen gegen Grippe geimpft werden. Auch in Schleswig-Holstein testen Apotheken und die AOK Nordwest innerhalb von drei Jahren, ob sich durch das Angebot die Impfquote erhöhen lässt. Die Krankenkasse kooperiert dabei mit dem Stuttgarter Großhändler Gehe, der eine Gruppe von Apotheken vertritt. Beteiligt ist auch die Mobil Betriebskrankenkasse. In Berlin läuft das Modellprojekt des Apothekervereins (BAV) seit etwa einer Woche.

In Schleswig-Holstein beteiligen sich 20 Apotheken. Die Teilnahme ist freiwillig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Impfquote deutlich zu erhöhen“, sagt Gehe-Geschäftsführer Andreas Thiede. „Die Apotheken sind startklar und freuen sich auf diese neue Aufgabe." Durch umfassende Schulungen der Akademie von dem Gemeinschaftsunternehmen Gehe und Alliance Healthcare Deutschland (AHD) sowie die eigene Kompetenz in Impfstofffragen sei man bestens auf die bevorstehenden Grippeschutzimpfungen vorbereitet.

Die Impfquote liegt in Deutschland bei den über 60-Jährigen bei etwa 35 Prozent, laut Weltgesundheitsorganisation sollten es 75 Prozent sein. „Damit bieten wir als erste gesetzliche Krankenkasse in Schleswig-Holstein unseren Versicherten eine zusätzliche Möglichkeit, sich gegen die Virusgrippe Influenza impfen zu lassen“, sagte AOK-Landesdirektorin Iris Kröner.

Mit Apotheken Impfquote erhöhen

Kröner betonte, dass die Grippeschutzimpfungen in Apotheken ein zusätzliches Angebot neben der bewährten Grippeimpfung durch die Hausärzt:innen darstelle und gleichzeitig die medizinische Versorgung der AOK-Versicherten verbessere. Erfahrungen in anderen europäischen Ländern wie Dänemark, Frankreich, Schweiz oder Großbritannien hätten gezeigt, dass sich mit solchen Angeboten in Apotheken die Impfquote deutlich steigern lasse. Angesprochen wurden vor allem Menschen, die sich sonst nicht haben impfen lassen.

„Wir wollen in den Apotheken vor Ort einen niederschwelligen Zugang vor allem auch für Menschen anbieten, die keinen Hausarzt haben oder diesen nur selten aufsuchen. Das sollte doch im Interesse aller sein“, so Kröner. Und genau das sei in der laufenden Impfsaison wichtiger denn je. Der Grund: Durch den zunehmenden Wegfall der Corona-Beschränkungen seien die Menschen wieder anfälliger für Grippeviren geworden.

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