Triptane: Nun sind drei in der Sichtwahl

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Berlin - Sumatriptan hat den OTC-Switch vollzogen. Mit diesem Wirkstoff steht nun der dritte Vertreter innerhalb der Wirkstoffgruppe der Triptane ohne Rezept zu Verfügung. Zwar muss die Diagnose Migräne vorab durch einen Arzt gestellt worden sein, bei der Beratung haben Arzt und Apotheker dennoch freie Hand. Neben Sumatriptan stehen auch Nara- und Almotriptan zur Auswahl. Wann sollte die Wahl auf welches Triptan fallen?

Sumatriptan steht demnächst in der Sichtwahl. Der Bundesrat hat einer entsprechenden Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) zugestimmt. Der Wirkstoff ist seit 1993 in Deutschland zugelassen und somit der älteste Vertreter der Wirkstoffklasse. Der Arzneistoff wird zur akuten Behandlung von Migräne mit und ohne Aura eingesetzt. Einzelne Fertigarzneimittel haben zudem die Indikation Cluster-Kopfschmerzen. Der Wirkmechanismus beruht auf einer Verengung der zerebralen Gefäße, die während eines Migräneanfalles weit gestellt sind. Sumatriptan vermindert außerdem die Ausschüttung von schmerzauslösenden und gefäßdilatierenden Mediatoren, zu denen auch das Serotonin gehört. Somit wirkt das Präparat nur bei tatsächlicher Migräne.

Um Fehleinschätzungen aufgrund von Eigendiagnosen seitens der Kunden zu vermeiden, ist der Verkauf eines OTC-Triptans nur nach vorheriger Diagnose durch den Arzt angezeigt. Oftmals verwechseln Patienten Migräne mit starken Spannungskopfschmerzen. Nicht selten sind hierfür tatsächliche Verspannungen im Schultergürtel verantwortlich. Die rezeptfreie Verfügbarkeit von Triptanen soll den Patienten vor allem eine Möglichkeit an die Hand geben schnell und eigenständig auf die Krankheit zu reagieren. Doch was ist, wenn der Patient in der Apotheke ein weiterhin verschreibungspflichtiges Triptan wie Ele- oder Rizatriptan fordert? Bei der Abgabe eines alternativen Wirkstoffes gilt es einige Punkte zu beachten.

Sumatriptan gehört zu den stärker wirksamen Triptanen mit schnellerem Wirkeintritt. Nach ungefähr zwei 2 Stunden wird die maximale Plasmakonzentration erreicht. Unter der Einnahme wird eine höhere Rückfallrate als bei anderen Wirkstoffen innerhalb dieser Arzneistoffgruppe beobachtet. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt ungefähr 2 Stunden. Tabletten sind zu 50 mg und 100 mg je abgeteilter Einheit auf dem Markt. Frei verkäuflich sind Tabletten mit 50 mg pro Einzeldosis. Die maximale Packungsdosis beträgt 100 mg – pro Packung sind also 2 Tabletten enthalten. Die maximale Tagesdosis beträgt 300 mg.

Almotriptan zeigt einen ähnlich schnellen Wirkeintritt wie Sumatriptan. Die maximale Plasmakonzentration tritt ungefähr 1,5 bis 3,0 Stunden nach Verabreichung auf. Die erste Schmerzreduktion wird von den meisten Patienten bereits nach 45 Minuten wahrgenommen. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich 3,5 Stunden beträgt. Dieser Wirkstoff ist als Tablette zu 12,5 mg erhältlich. Seit 2007 ist der Arzneistoff auch als OTC-Variante erhältlich. Auch hier beschränkt sich die maximale Packungsgröße auf zwei Tabletten, also 25 mg Almotriptan. Die Tageshöchstdosis ist 25 mg. 12,5 mg Almotriptan sind äquivalent in der Wirkung zu 100 mg Sumatriptan. Innerhalb des OTC-Bereiches gibt es keine Möglichkeit Patienten, die bisher 50 mg Sumatriptan eingenommen haben, auch freiverkäufliches Almotriptan umzustellen. Die Teilung der Tablette bei einer so geringen Dosis ist nicht zuverlässig.

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