Mietgebühr

Milchpumpen-Retax: Keine Abrechnung im Voraus

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Berlin -

Ärger um Milchpumpen-Retax: Der Verleih von Milchpumpen gehört zum Service der Apotheken. Dabei tragen Apotheken ein hohes Risiko, denn die Verordnungen bieten viel Retax-Potenzial. Beispielsweise dürfen Diagnose, Empfangsbestätigung und „7“ nicht fehlen, auch der Mietzeitraum muss angegeben sein. Wie eine aktuelle Retaxation zeigt, darf dieser nicht in der Zukunft liegen.

Es geht um folgenden Fall: Aufgrund einer Trinkschwäche eines Babys hat ein Kinderarzt eine Milchpumpe zum Verleih verordnet. Mit dem ersten Rezept wurden Einzelpumpset und Mietgebühr bei der Kasse abgerechnet – ohne Beanstandung. Weil Mutter und Kind verreisen wollten, wurde rechtzeitig eine Folgeverordnung in der Apotheke vorgelegt. Allerdings wurde diese vor Ablauf des vorherigen Mietzeitraums ausgestellt.

Der Arzt verlängerte die Mietdauer um weitere acht Wochen. Hätte der Arzt keine Mietdauer angegeben, beträgt diese höchstens vier Wochen. Weil der Apotheke durch die Angabe klar war, dass die Kundin die Pumpe nicht vorzeitig zurückbringen wird und der Arzt den Zeitraum schließlich auch vorgegeben hatte, wurde das Rezept im Juni bedruckt und für dem Mietzeitraum Juli bis September in die Abrechnung gegeben.

Wenige Monate später flatterte eine Retaxation der Techniker Krankenkasse ins Haus. Der Dienstleister Davaso hatte den Betrag von 91,84 Euro auf 0 Euro gekürzt. „Eine Abrechnung im Voraus ist nicht möglich“, lautete der Absetzungsgrund. Die Apotheke hat Einspruch eingereicht. In der Regel würden sonst auch die Rezepte zum Ende der Mietdauer bedruckt und abgerechnet. Aber in diesem Fall wäre die Verordnung im September bereits abgelaufen.

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